Am Donnerstag, 9. Juli, gegen 10.20 Uhr erhielt ein 75-Jähriger auf seinem Festnetzanschluss einen Anruf eines angeblichen Polizeibeamten. Der Anrufer erklärte, dass bei zwei festgenommenen Einbrechern ein Notizbuch aufgetaucht wäre, worin der Name des 75-Jährigen und die Info, dass dieser ein Schließfach bei einer Münchner Bank habe, stünden. Im Verlauf des Gesprächs gab der vermeintliche Polizeibeamte vor, mit der Staatsanwaltschaft zu sprechen.
Währenddessen übernahm ein zweiter vermeintlicher Polizist das Gespräch und erzählte etwas von einem angeblichen Insider einer Münchner Bank, dem bekannt wäre, dass der Geschädigte in einem Schließfach Goldbarren aufbewahren würde. Der 75-Jährige erkannte, dass es sich hierbei um einen Betrugsversuch handeln könnte. Er verständigte mit seinem Mobiltelefon den Notruf der Polizei.
Schließlich gab der 75-Jährige vor, der Aufforderung Folge zu leisten, zu seiner Bank nach Pasing zu fahren, um dort Goldbarren aus dem Schließfach zu holen,. Er täuschte einen Gang zur Bank vor und kehrte nach etwa 45 Minuten zurück in seine Wohnung. Dort wurde der Senior unmittelbar wieder von dem vermeintlichen Polizeibeamten angerufen und erhielt nun die Aufforderung, die Tasche mit den Goldbarren vor ein Mülltonnenhaus zu legen. Die Anrufer gaben dabei vor, die Einfahrt mit einer Drohne zu überwachen.
Um 13.20 Uhr konnte schließlich vor dem Anwesen des 75-Jährigen ein 42-jähriger Mann auf frischer Tat festgenommen werden. Er wurde dem Ermittlungsrichter des Amtsgerichts München zur Entscheidung über die Haftfrage vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl. Weitere umfangreiche Ermittlungen werden durch das Kommissariat 61 – zuständig für Vermögensdelikte mit Bandenbezug – geführt.