Ausbildung in der Landwirtschaft: Zwischen Zukunft und Tradition

Besonders die Vielseitigkeit und den Umgang mit Tieren schätzen die Auszubildenden in der Landwirtschaft. (Foto: Birgit Gleixner)
Besonders die Vielseitigkeit und den Umgang mit Tieren schätzen die Auszubildenden in der Landwirtschaft. (Foto: Birgit Gleixner)
Besonders die Vielseitigkeit und den Umgang mit Tieren schätzen die Auszubildenden in der Landwirtschaft. (Foto: Birgit Gleixner)
Besonders die Vielseitigkeit und den Umgang mit Tieren schätzen die Auszubildenden in der Landwirtschaft. (Foto: Birgit Gleixner)
Besonders die Vielseitigkeit und den Umgang mit Tieren schätzen die Auszubildenden in der Landwirtschaft. (Foto: Birgit Gleixner)

„Den ganzen Tag auf der Wiese liegen und Kühe streicheln“ – diese Vorstellung vom Beruf des Landwirts hat schon früher nicht gepasst und tut es heute noch viel weniger, da sind sich Elisabeth Gläser und Stefanie Patzer, die Beraterinnen für Bildungsfragen am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürstenfeldbruck, einig. Bereits in der Ausbildung sind geistige und körperliche Fitness, technisches Verständnis, Verantwortungsbewusstsein und Selbstständigkeit gefragt. Doch trotz wetterabhängiger und körperlich anstrengender Arbeit halten sich die Ausbildungszahlen im Beruf Landwirt/-in stabil. Allein in Oberbayern haben im letzten Jahr 370 Kandidatinnen und Kandidaten erfolgreich die Abschlussprüfung abgelegt.

30 Auszubildende im letzten Lehrjahr

Das Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten Fürstenfeldbruck betreut im Moment 30 Auszubildende im letzten Lehrjahr, welche ihre Ausbildung auf landwirtschaftlichen Betrieben in Dachau, Fürstenfeldbruck und Landsberg absolvieren. Im Rahmen eines Schulungstages im April zum Thema „Ökolandbau“ ging es nicht nur um theoretische Inhalte, sondern auch die Praxis stand auf dem „Kreuthof“ in Puchheim im Mittelpunkt. Seit 2019 wird hier ökologisch gewirtschaftet und der Kreuthof hat sich unter anderem mit Soja, Pferdehaltung und Rotwild breit aufgestellt. Doch nicht nur das Thema Ökolandbau, auch moderne Technik im Stall und bei den landwirtschaftlichen Maschinen, Computerprogramme oder Apps für die Betriebsführung, den Melkroboter oder die Ackerplanung sowie regelmäßige Neuerungen bei den Vorschriften haben die Landwirtschaft verändert und somit die praktische Ausbildung.

Einen Betrieb in Aussicht haben

Bei einer Befragung der Auszubildenden am genannten Schulungstag stellte sich heraus, dass die Mehrheit von ihnen einen Betrieb in Aussicht hat, den sie in Zukunft übernehmen möchte. Ob mit oder ohne Betrieb, es wurde einhellig festgestellt, dass die Auszubildenden den Ausbildungsberuf Landwirt/in wegen der abwechslungsreichen Tätigkeiten schätzen und der Umgang mit Tieren Freude bereitet. Der Großteil will sich nach der Ausbildung weiterbilden und die Techniker- oder die Meisterausbildung anstreben.

Es gibt Herausforderungen

Doch es gibt auch Herausforderungen: Als risikoreich werden die aktuelle Wirtschaftslage mit schwankenden Verkaufspreisen für landwirtschaftliche Erzeugnisse und die steigenden Rohstoffpreise angesehen. Zusätzlich ist die Preissteigerung auch an den eingesetzten landwirtschaftlichen Maschinen nicht spurlos vorübergegangen. Deren Erwerb und Reparaturen sind teurer geworden. Einem der Auszubildenden stellt sich in Anbetracht der gespeicherten und verarbeiteten Datenmenge insbesondere beim Einsatz modernster Technik zu Recht die kritische Frage: „Was passiert eigentlich mit den gesammelten Daten?“
Neben der politischen Lage beschäftigen die Auszubildenden noch weitere Themen, etwa die manchmal fehlenden Kenntnisse der Bevölkerung über die Abläufe in der Landwirtschaft oder die geringe Planungssicherheit in ihrem Berufsstand. Auch der Einfluss der Medien spielt in ihren Augen eine große Rolle. Diese können einerseits den Verbrauchern die Landwirtschaft näherbringen, ein negativer Einfluss ist andererseits nicht zu unterschätzen.

Mit der Zeit gehen

Die jungen Menschen sind der Meinung, der Berufsstand sollte mit der Zeit gehen, gegenüber neuer Technik aufgeschlossen sein und dabei Medien bewusst integrieren, um die Verbraucher über die landwirtschaftliche Produktion und die Wertigkeit von regionalen Produkten aufzuklären.

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