Ihrer Zeit voraus

Lola Montez feierte am 17. Februar ihren 200. Geburtstag

Das Porträtgemälde, Lola Montez (aus der Schönheitengalerie Ludwigs I.) stammt von Joseph Stieler, der es 1847 gemalt hatte. Zu sehen ist es im Schloss Nymphenburg. F: © Bayerische Schlösserverwaltung www.schloesser.bayern.de

Das Porträtgemälde, Lola Montez (aus der Schönheitengalerie Ludwigs I.) stammt von Joseph Stieler, der es 1847 gemalt hatte. Zu sehen ist es im Schloss Nymphenburg. F: © Bayerische Schlösserverwaltung www.schloesser.bayern.de

München/Harlaching · Vor kurzem, genauer gesagt, am 17. Februar, feierte die berühmt-berüchtigte Lola Montez, die eigentlich Elizabeth Rosanna Gilbert hieß, ihren 200. Geburtstag. Obwohl sie nicht einmal 40 Jahre alt wurde, birgt ihr Leben so viele Geschichten, dass es ganze Bände füllen würde.

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Geboren wurde sie am 17. Februar 1821 in Irland. Ihre erste Ehe mit einem britischen Offizier (Thomas James) scheiterte nach nur zwei Jahren. Sie nahm nach einer Madrid-Reise 1843 die Identität einer spanischen Tänzerin an und nannte sich von da an "Maria de los Dolores Porrys y Montez" - kurz Lola Montez.

Auf einer Bühne in London gab sie ihr Debüt, wurde aber von der Presse als Schwindlerin enttarnt. Daraufhin floh sie aus England und zog durch Europa, um dort in den verschiedenen Metropolen ihr Glück zu suchen. Ihr Weg führte sie unter anderem nach Berlin, Warschau, Baden-Baden und Paris. Überall wurden ihr Affären mit den unterschiedlichsten Männern nachgesagt, allesamt reich und einflussreich.

Lola Montez auf ihre Rolle als Verführerin zu reduzieren, greift aber zu kurz. Sie war auf ihre Weise ihrer Zeit voraus, beanspruchte den gleichen Raum in der Gesellschaft wie Männer, wollte sich nicht auf die Rolle der treusorgenden Ehefrau und Mutter reduzieren lassen. Furcht war ihr unbekannt. Sie selbst soll einmal gesagt haben: "Ich habe dem starken Geschlecht überall den Fehdehandschuh hingeworfen."

Wirklich berühmt hat sie aber ihre Affäre mit König Ludwig I. gemacht. Der über 60jährige Monarch soll sich Hals über Kopf in die damals 25jährige Tänzerin verliebt haben. Er überhäufte sie mit Geld und Geschenken, Lola Montez wollte aber nicht nur finanzielle Sicherheit, sie wollte eine herausragende Position in der Gesellschaft einnehmen. So veranlasste König Ludwig I. gegen den Einspruch seiner höchsten Beamten Lolas Einbürgerung und erhob sie darüber hinaus in den Adelsstand. Er verlieh ihr den Titel einer Gräfin von Landsfeld.

Der verliebte König hatte aber nicht mit dem Ausmaß des Unmutes seiner Untertanen gerechnet, nach etlichem Hin und Her musste Lola die Stadt 1848 endgültig verlassen.

Ihr Weg führte sie dann nach Genf und von dort aus nach New York, wo sie aus ihrem Leben die sehr erfolgreiche Broadway-Show "Lola Montez in Bavaria" machte. Von dort führt sie ihr Weg über San Francisco bis hin nach Australien, immer auf der Suche nach dem Glück und dem Abenteuer. Mit nicht einmal 40 Jahren verstirbt sie schließlich in New York an einer Lungenentzündung.

Bevor sie 1848 aber München endgültig verließ, verbrachte sie ein paar geheime Tage in einem Versteck, das König Ludwig ihr ausgesucht hatte, und das heute noch besichtigt werden kann. Im Schatten der beliebten Wirtschaft "Menterschwaige" an der Isar-Hochleite, liegt das sogenannte Lola-Montez-Haus. Erst auf den zweiten Blick gibt es dem Betrachter sein ein wenig pikantes Geheimnis preis. In dem ehemaligen Wohnsitz des königlichen Hofschmieds trafen sich König Ludwig I. und seine »Tänzerin«, die ihm erst das Herz gestohlen hatte und ihn dann die Krone kostete. Dort, beim Schmied, seiner Frau und deren vier Kindern lebte Lola Montez einige Zeit (1846 – 1848), da der König seine Geliebte vor der tobenden Öffentlichkeit verstecken musste.

Die Liebesgeschichte, die in Bayern eine Revolution auslöste, ist auch in dem zauberhaften Häuschen auf Schritt und Tritt präsent, das man während der Pandemie leider nur von außen bestaunen darf. Die Holzfußböden sind ebenso original erhalten wie die Deckenbalken. Bei der Einrichtung wurde darauf geachtet, das möglichst alles aus dem 19. Jahrhundert stammt. Aber auch von außen betrachtet ist das Gebäude eine wahre Augenweide.

Wer Lola Montez' Portrait einmal aus der Nähe bewundern möchte, hat dazu im Schloss Nymphenburg Gelegenheit, denn dort hängt sie in der sogenannten Schönheitengalerie, die 38 Porträtmalereien von Münchner Frauen umfasst. König Ludwig I. hatte die Bilder in Auftrag gegeben, die fast alle von Karl Stieler gemalt worden waren.

Die schöne Lola Montez inspiriert auch 160 Jahre nach ihrem Tod die Künstler. So spielen die Juwelen, »Die Montez-Juwelen«, auch eine wichtige Rolle in dem ersten Kriminalroman, den die Grünwalder Krimi-Autorin Sabine Vöhringer 2017 im Gmeiner-Verlag veröffentlichte. "Besonders inspiriert an Lola Montez hat mich ihr Mut. Sie war für die damalige Zeit schon eine sehr emanzipierte Frau. Hat sich alleine auf den Weg gemacht, hat Abenteuer gewagt und hat, so klein und energisch wie sie war, Unglaubliches bewerkstelligt. Sie war immer sagenumwoben. Mich hat schon immer interessiert, was ihre Persönlichkeit wirklich ausmachte", erklärt dazu Krimi-Autorin und Lola-Montez-Fan Sabine Vöhringer. hw

Gewinnspiel:
Wir verlosen 3 Krimis von Sabine Vöhringer. Teilnehmen ist bis Mittwoch, 17. März, möglich.

Artikel vom 26.02.2021
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