Liebe geht durch den Magen

"Mammalade" schaut auf 2,5 Jahre erfolgreiche Arbeit zurück

Dekan Steinbauer freut sich, das großartige Projekt, das Helene Nestler (2.v.r.) mit "Mammalade" ins Leben gerufen hat, mit den Räumlichkeiten zum Einkochen unterstützen zu können. Foto: hw

Dekan Steinbauer freut sich, das großartige Projekt, das Helene Nestler (2.v.r.) mit "Mammalade" ins Leben gerufen hat, mit den Räumlichkeiten zum Einkochen unterstützen zu können. Foto: hw

Neubiberg · Über 10.500 Gläser Marmelade, bzw. "Mammalade" haben die ehrenamtlich engagierten Frauen im Team von Helene Nestler in den vergangenen 2,5 Jahren eingekocht und dabei rund 1,5 Tonnen Obst vor dem Wegschmeißen gerettet.

Der Erlös aus dem Verkauf der "Mammalade" kommt dem Frauenobdach Karla 51 in München zu Gute, das rund 50 Frauen und etwa 15 Kindern ein Zuhause auf Zeit und mehr bietet. Schon seit vielen Jahren hat sich Helene Nestler für diese Frauen stark gemacht und vor 2,5 Jahren den Verein gegründet. Als die engagierte Ottobrunnerin damals von einer Spedition hörte, die Obst mit Transportschäden bereitstellt, das sonst vernichtet wird, war die Idee für die »Mammalade« geboren. Das gespendete Obst wird zu Marmelade verarbeitet, diese wird verkauft, und der Erlös kommt obdachlosen Menschen wie den Frauen und Kindern von Karla 51 zugute.

Bereits im Herbst 2016 begann Helene Nestler und ihr Team, Marmelade einzukochen »Ich wollte sehen, ob wir damit auch den Nerv der Menschen treffen.« Nachdem gut verkauft und nach Nachschub gefragt wurde, ging es mit großen Schritten in Richtung Vereinsgründung.

Inzwischen hat Nestler hochwertige Geräte für die Herstellung als Spende erhalten; die Genehmigung der Lebensmittelaufsicht lag auch schnell vor und eine einprägsame Marke wurde erfunden. „Mittlerweile haben wir zwei Einkochtage, weil wir die Mengen sonst gar nicht produzieren können, die wir brauchen“, freut sich Helene Nestler. Untergekommen sind sie in der evangelischen Corneliuskirche in Neubiberg. Dekan Matthias Steinbauer freut sich sehr, dem Projekt eine Heimat bieten zu können. „Das ist ein wunderbares Projekt, das wir gerne unter unserem Dach beherbergen“, betonte er. Nicht nur weil es nachhaltig mit Lebensmitteln umgehe, sondern vor allem, weil es den diakonischen Gedanken aufgreife und in vorbildlicher Weise umsetzte, so der Kirchenmann weiter.

Mit dem Geld habe man in den letzten Jahren die Zimmer im Karla 51 ansprechender ausgestattet, kocht einmal im Monat für die Frauen, stelle Hygieneartikel zur Verfügung und habe auch schon einen Ausflug für alle Frauen an den Tegernsee organisiert, zählt Helene Nestler auf. Pro Einkochtag werden zwischen 130 und 180 Gläser "Mammalade" hergestellt, 200 Milliliter kosten derzeit noch 2 Euro, ab Juni dann 2,50 Euro. „Wir haben im letzten Jahr so viel verkauft, dass wir Umsatzsteuer zahlen müssen“, erklärt Helene Nestler die Preissteigerung. Viele heimische Supermärkte bieten sie bereits an, aber auch in den Klawotten in Ottobrunn und Unterhaching oder während der Einkochzeiten sind sie zu haben.

Diese sind dienstags und freitags von 9 bis 13 Uhr. Der Verein freut sich über weitere Einköcherinnen. Das nächste große Ziel ist die Anschaffung eines Autos, denn in den letzten beiden Jahren haben die Frauen mit ihren privaten Autos rund 10.000 Kilometer für die gute Sache zurück gelegt. „Das geht so auf Dauer nicht“, erklärt Helene Nestler.

Wer also helfen, spenden oder Mammalade kaufen möchte, kann sich direkt an Helene Nestler unter der Email: helene.nestler@mammaladefuerkarla.de wenden. hw

Artikel vom 27.05.2019
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