Die Kräne werden kommen

1.600 Wohneinheiten sollen auf dem Lerchenauer Feld entstehen

An der Bergwachtstraße befindet sich im Moment stadtauswärts eine Bushaltestelle, an der noch weitest gehend keine Häuser stehen. Das soll sich bald ändern. Fotos: Daniel Mielcarek

An der Bergwachtstraße befindet sich im Moment stadtauswärts eine Bushaltestelle, an der noch weitest gehend keine Häuser stehen. Das soll sich bald ändern. Fotos: Daniel Mielcarek

Lerchenau/Feldmoching · Blumen, ein grünes Feld und die Häuser erst in der Ferne: Diese rücken allerdings bald näher, denn auch auf diesem noch "freien Fleck" des Münchner Nordens wird gebaut werden. Auf der letzten Sitzung des Bezirksausschusses stellten Vertreter der Stadt das Bauvorhaben "Bergwachtsiedlung" vor, das das Lerchenauer Feld an der Grenze zu Feldmoching meint.

Geplant sind 1600 Wohneinheiten auf dem 23 Hektar großen Feld zwischen Lerchenauer- und Lerchenstraße.

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Eine "echte" Lerchenauerin ist besorgt

Karola Kennerknecht ist 1. Vorsitzende des Bürgervereins Lerchenau e.V. und war bei dem Ausschuss mit dabei. Sie findet, dass das ganze Vorhaben gut durchdacht werden muss. "Ich habe mich gewundert, dass viele sinnvolle Ideen abgelehnt wurden, etwa die Beschränkung der Bebauung auf nur 50 Prozent." Auch findet sie einige Ideen befremdlich, etwa die Forderung einer Umgehungsstraße vom Hasenbergl nach Feldmoching. Solche Ideen schüren Ängste: "Unser ländlicher Charakter ist gefährdet sowie auch unsere dörfliche Gemeinschaft." Sie hat sich allerdings damit abgefunden, dass es in der Lerchenau viel Zuzug gibt, doch es gilt, den Super-GAU abzuwehren. Wichtige Punkte sind für sie das Gemeinschaftsleben und die Verkehrsproblematik. "Eine Bürgerbeiteiligung mit öffentlicher Beteiligung ist sehr wichtig, wir müssen uns unbedingt zu Wort melden."

Zusammen ist man stärker

Der Bürgerverein Lerchenau engagiert sich folglich in einem übergeordneten Bündnis verschiedener Vereine des Münchner Nordens. Der Name treffend "München Nord". "Die SEM wurde bereits sehr erfolgreich abgewiesen" - auch mithilfe von regen Bürgerinitiativen. Die Stadtentwicklungsmaßnahmen betrafen zwar das benachbarte Feldmoching, doch die Solidarität seitens der Lerchenauer ist da: "Die Lerchenau ist damals schließlich auf Feldmochinger Gemeindegebiet entstanden", so Kennerkecht. Sie empfiehlt den Vereinen und Bürgern dringend, zu den Bezirksausschüssen zu gehen und sich zu Wort zu melden. Die MVHS veranstaltet ab und zu etwas zu dem schon jetzt hitzigen Bauprojekt.

Bebauungsplan soll noch 2018 kommen, Baubeginn 2022

Die allerersten Bauentwürfe sind bereits bekannt, sie variieren mit unterschiedlichen Höhenentwicklungen von drei bis sieben Geschossen. Zum Jahresende soll es einen Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan geben, inklusive einer Bürgerbeteiligung in Form von Bürger-Workshops. 2022 könnte dann Baubeginn sein. Auch geplant: ein Gymnasium und ein „Flexiheim“ für Wohnungslose sowie eine Einrichtung für Kinder und Jugendliche und ein Seniorenheim. Was die Diskussionen jedoch schon jetzt bestimmt, ist die Verkehrsprognose ohne das Baugebiet, nach welcher der Verkehr durch die anderen großen Baugebiete und durch den allgemeinen Bevölkerungszuwachs in München wahrscheinlich drastisch anschwellen wird.

Das Bauvorhaben wird schließlich in jedem Fall auch zu einer Verkehrszunahme führen. Die Schlussfolgerung: Es ist auch ein verkehrliches Gesamtkonzept notwendig. Dass es definitiv an der Zeit ist, etwas anzufangen, ist nun der Konsens.
Daniel Mielcarek

Artikel vom 06.12.2018
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