Spannende Gratüberschreitung bis zur »Benewand«

Der Münchner Paradeberg

Die Benediktenwand gilt generationsübergreifend als Lieblingsberg vieler Münchner Bergfreunde.	Foto: Stefan Dohl

Die Benediktenwand gilt generationsübergreifend als Lieblingsberg vieler Münchner Bergfreunde. Foto: Stefan Dohl

München/Lenggries/Jachenau · Die Benediktenwand (1.801 m) – von vielen Bergfreunden auch liebevoll »Benewand« genannt – ist der Münchner Hausberg schlechthin. Wer sie erklimmen möchte hat gleich mehrere Routen zur Auswahl.

Auf in die bayerischen Alpen
Wanderungen in den Münchner Hausbergen
Mit Touren-Tipps von Münchner Wochenanzeiger-Redakteur Stefan Dohl

Eine führt von Lenggries über das Brauneck (1.555 m) und die Achselköpfe mit finaler Kraxeleinlage aussichtsreich zum Gipfelkreuz. Die andere Route führt südlich von Jachenau-Petern über die griabige Bichleralm (1.437 m) in gut drei Stunden rauf. Da der Südanstieg lange auf Forststraßen verläuft und erst im letzten Drittel (ab der Alm) so richtig schön wird, wird hier die anspruchsvolle Route von Lenggries aus vorgestellt. Denn diese Unternehmung zählt bei Bergfexen zu den eindrucksvollsten im gesamten Tölzer Land.

Auch wenn viele ehrliche Bergsteiger die Unterstützung einer Seilbahn zurecht ablehnen, kann man im Fall der Benewand eine Ausnahme machen. Denn wegen der langen Wegstrecke und des ständigen Auf und Ab verlangt diese Route trotz der Aufstiegshilfe mit der Bergbahn und des relativ geringen Höhenunterschiedes eine gute Kondition. Immerhin gilt es von der Bergstation aus noch 700 Höhenmeter zu überwinden. Die gut 5,5 Stunden lange Route ist dabei durchgängig markiert.

Bei den vielen Hinweisschildern ist ein Verlaufen so gut wie ausgeschlossen. Bis zum Probstalmsattel kann man die Zeit zum gemütlichen »Warmlaufen« nutzen und die tollen Aus- und Fernsichten ins Oberland genießen. Der Steig führt nach der Bergstation über einen breiten begrasten Kamm zum Latschenkopf (1.712 m). Von hier aus kann man sich einen Überblick des weiteren Wegverlaufes bis zur Benediktenwand verschaffen. Hat man den Probstalmsattel (1.598 m) zwischen Latschenkopf und Achselköpfe erreicht, wird die Wanderung dann erst so richtig interessant. Über einen spannenden Steig kraxelt man über die Achselköpfe. Abwechslungsreich und teils direkt am Grat entlang. Einige Stellen sind auch mit Drahtseilen gesichert. Zurecht – denn vor allem bei Nässe ist an den abgespeckten Felsen konzertiertes Steigen und äußerste Vorsicht geboten!
Ein Ausrutscher wäre hier fatal.

Nach passieren der Achselköpfe (1.707 m) folgt unsere Route über den Rotöhrsattel bis an die Ostflanke der mächtigen Benediktenwand. Nach einer kurzen drahtseilgesicherten Kraxeleinlage erreicht man schließlich den latschenbewachsenen breiten Gipfelgrat. Zum häufig gut besuchten Gipfelkreuz mit der Biwakhütte ist es nun nicht mehr weit. Der Rückweg zum Brauneck folgt dem Anstiegsweg. Wer möchte kann die Achselköpfe beim Rückweg auch südseitig umgehen.

Aber Obacht: Wer mit der Brauneck-Bahn wieder gemütlich ins Tal schweben möchte, sollte unbedingt die Zeit im Blick haben. Die letzte Talfahrt ist bereits um 17 Uhr. Ansonsten muss man nochmal gut 60 bis 90 Minuten für den Abstieg zusätzlich einplanen. Stefan Dohl

Artikel vom 14.05.2018
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