Bürgerzentrum nimmt Fahrt auf

Neubiberg · Vorstellung der Pläne für das Bürgerzentrum

Neubiberg · Wettbewerbssieger Jan Spreen vom Büro Spreen Architekten in München ist alleiniger Sieger des Architektenwettbewerbs für den Rathausneubau in Neubiberg.

Nachdem die beiden dritten Preisträger inzwischen ausgestiegen sind, ist der vom Fach- und Preisgericht klar ausgelobte Wettbewerbssieger nach weiteren Erörterungen mit der Gemeinde auch allein mit den weiteren Planungsschritten betraut worden. Das Projekt Bürgerzentrum soll baulich bis 2022 abgeschlossen sein und könnte nach aktuellen Schätzungen gut 20 Millionen Euro kosten.

Darin enthalten sind dann neben einem Erweiterungsbau des Rathauses auch eine Sanierung des Hauses für Weiterbildung (HfW) gleich nebenan sowie eine Tiefgarage mit voraussichtlich 110 Plätzen, die im Untergrund zwischen Hauptstraße und Rathaus entstehen soll. Ob und in welchem Umfang dafür oberirdische Parkplätze wegfallen, soll erst der weitere Planungsfortgang aufzeigen. Von verschiedener Seite gibt es derzeit entschiedenen Protest gegen eine mögliche Streichung der Parkplätze. Sogar ein Bürgerbegehren hatte die örtliche Junge Union auf den Weg und erfolgreich zum Abschluss gebracht. Im Rathaus verdichten sich die Anzeichen, dass der Planungspunkt Parken noch einmal deutlich überarbeitet werden könnte.

Beim Informationsabend zu den Architektenplänen fürs Rathaus vor Wochenfrist jedenfalls spielten nicht die homogenen Entwürfe des Büros Spreen die Hauptrolle. Vonseiten der zahlreich anwesenden Bürger kamen kaum Beiträge und Anregungen zum Bauprojekt selbst.

Vielmehr dominierten Forderungen nach Barrierefreiheit und insbesondere für einen Erhalt auch der oberirdischen Parkplätze die Szene. Ralf Trotter aus dem Behindertenbeirat des Landkreises mahnte eine durchgängige Barrierefreiheit des neuen, dreigeschossigen Gebäudekomplexes im südlichen Anschluss des Rathausaltbaus an. Architekt Spreen sicherte dies zu. Es gebe jeweils einen Aufzug für den Rathaus-Altbau und das Haus für Weiterbildung als auch für den Neubau. Auch Bürgerbüro und neuer Sitzungssaal im erdgeschoßig geplanten Verbindungskomplex zwischen Alt- und Neubau seien von außen barrierefrei zugänglich.

Viele Befürchtungen wegen der künftigen Parksituation

Wichtig war den Bürgern auch der Kostenaspekt. Rund 15,6 Millionen Euro sind aktuell für die Erweiterung des Rathauses samt Tiefgarage vorgesehen. Weitere 4,5 Millionen sollen in die Sanierung und energetisch-technische Sanierung des HfW fließen. Besonders die Tiefgarage war in – fast – aller Munde. Mehrere Bürger kritisierten die geplante Ausfahrt in der Wittelsbacher Straße, die direkt und zu nahe bei der örtlichen Kindertagesstätte liege. Hier werde eine klare bauliche Trennung vollzogen, versicherten die Planungsbeteiligten.

Bekanntlich soll nach aktuellen Plänen nur die Einfahrt zur Tiefgarage in der Hauptstraße situiert werden, die Ausfahrt weiter westlich in der Wittelsbacher Straße.

Als »einfach und funktional« lobte Spreen die Planung für die Tiefgarage mit Zugängen zu allen wesentlichen Bereichen. Neubibergs JU-Vorsitzender Max Lilge dagegen zog erneut den realen Nutzen der TG-Parkplätze für die Allgemeinheit in Frage – weil wohl zu viele Plätze durch die Mitarbeiter des Rathauses und des HfW oder der Schulen belegt würden.

Neubibergs Bauamtsleiter Christian Einzmann sah das anders. Die Anzahl verügbarer Parkplätze werde gegenüber dem heutigen Zustand deutlich steigen. Zudem seien viele weitere der Tiefgaragenplätze außerhalb der Öffnungszeiten von Rathaus und Co auch für andere Nutzer verfügbar. Michael Roth vom Gewerbeverband sowie andere Redner bezweifelten den Nutzwert der Tiefgarage. »Wer fährt schon extra in die Tiefgarage, wenn er in der Apotheke ein Rezept einlösen will? Der fährt einfach anderswo hin«, fürchten er und seine Mitstreiter vor allem um den Kundenstamm in der Hauptstraße. Auch der Maibaum-Parkplatz müsse deshalb erhalten bleiben. RedN

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Artikel vom 09.04.2018
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