Die drei Bahnübergänge im Münchner Norden (Fasanerie, Lerchenauer Straße und Lerchenstraße) sorgen häufig dafür, dass sich der Verkehr auf der Straße staut. Die drei höhengleichen, beschrankten Übergänge sollen durch Überführungen ersetzt werden. Das wünschen sich die Bürger schon lange. Münchens Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer teilte dem Stadtrat nun den aktuellen Planungsstand aller drei Projekte mit. Das städt. Baureferat will in Abstimmung mit der DB AG die Planungen so umsetzen, dass während aller Bauarbeiten immer zwei der drei Bahnquerungen für den motorisierten Individualverkehr geöffnet bleiben.
Der Bahnübergang Fasanerie (Feldmochinger Straße) wird durch zwei Neubauten entschärft: eine Bahnüberführung für den Kfz-Verkehr und eine für Fußgänger und Radler. Nach derzeitigem Stand werde der Bau der Unterführung für den Kfz-Verkehr bis zum Jahreswechsel 2029/2030 dauern. Danach werde (wohl bis 2032) die Unterführung für Fußgänger und Radler gebaut.
Sobald die Bahnüberführung Fasanerie für den Kfz-Verkehr fertig ist, will die Bahn mit dem Neubau der Überführung Lerchenauer Straße beginnen. Die neue Unterführung soll mit einer Durchfahrtshöhe von 4,5 m groß genug für Lkw sein. Ehbauer rechnet damit, dass der Planfeststellungsbeschluss für diese Überführung noch im Lauf des zu Ende gehenden Jahres vorgelegt wird. Bahn und Eisenbahn-Bundesamt haben letzte offene Punkte dazu bereits geklärt.
Die Bahn möchte, um Verzögerungen bei der Planung wettzumachen, den Bau vorziehen und zeitgleich mit dem Neubau der Fuß-und Radwegunterführung in der Fasanerie in den Jahren 2030 bis 2032 durchführen. Ob das machbar ist, werde in den kommenden Monaten detailliert geprüft, so Ehbauer.
Ende 2027 könnte der Stadtrat die Baumaßnahmen genehmigen, so die Prognose. Die DB AG strebe umfangreiche Kanalverlegungen im Bereich des Bahnübergangs ab 2028/2029 an. Dabei werde die Lerchenauer Straße zu Beginn allerdings noch nicht vollständig gesperrt.
Das städt. Mobilitätsreferat hat in diesem Zusammenhang auf die ab ca. 2030 anstehende, fünfjährige Sanierung des Allacher Tunnels erinnert: Bei einer zeitgleichen mehrjährigen Sperrung der Lerchenauer Straße zur Beseitigung des höhengleichen Bahnübergangs sei mit größeren Verkehrsmehrungen in und um Feldmoching zu rechnen.
In der Lerchenstraße wurde zunächst eine Unterführung mit einer lichten Höhe von 3,80 m geplant. Mit dieser hätte der Kfz-und Linienbusverkehr die Bahnunterführung ungehindert passieren können, der Schwerverkehr jedoch nicht. Diese Höhe entspricht jedoch nicht der vom Eisenbahn-Bundesamt geforderten lichten Höhe von 4,50 m für neu zu bauende Eisenbahnüberführungen über öffentliche Straßen. Die Bahn erwartet bei zu niedrigen Überführungen Unfälle mit Personen- und Sachschäden. Ist von solchen das Tragwerk einer Überführung betroffen, sind mehrtätige Inspektionen und ggf. längere Reparaturzeiten nötig, die es vor allem bei stark befahrenen Personenzug- und wichtigen Güterzuggleisen zu vermeiden gelte. Mittlerweile haben sich Bahn, Stadt und weitere Behörden auf eine Durchfahrtshöhe von 4,50 m festgelegt.Aufgrund der Änderung der Durchfahrtshöhe muss die Straßenplanung jetzt allerdings in Teilen wiederholt werden.Der Ausbau des Bahnübergangs Lerchenstraße kann nach aktuellem Terminplan daher erst ab ca. 2033 erfolgen, so Ehbauer.