Die Stiftung Lesen hat acht Beiträge für ihren Dietrich-Oppenberg-Medienpreis nominiert. Neben ArteTV, Zeit, SZ, BR und Spektrum der Wissenschaft sind darunter die Münchner Wochenanzeiger mit ihrer Serie über Bücherschränke. Mit dem Preis würdigt sie mit der Stiftung Presse-Haus NRZ Beiträge, die dem Lesen im öffentlichen Bewusstsein Raum geben. Die Jury trifft ihre finale Entscheidung Anfang Juli.
Über 30 öffentliche Bücherschränke gibt es in München. Wir haben in unserer Serie „Das literarische Quartett“ jeweils vier oft „banale” Bücher aus jedem Schrank augenzwinkernd wie im Feuilleton vorgestellt und unterhaltsam gezeigt, was Bücher so alles können, z.B.:
Wir verraten u.a., warum Verona Feldbuschs Schwangerschaftstagebuch echte Weltiteratur ist (ernsthaft); was Dantes „Göttliche Komödie” über die Midlifecrisis heutzutage weiß; warum ein Dirndl ein höchst feministisches Statement sein kann; was ein Baby-Fühlbuch mit dem Käthchen von Heilbronn gemein hat; und warum eine gute Liebesgeschichte unbedingt anders enden sollte als ein Rosamunde-Pilcher-Schinken.
Jedes Buch haben wir einem passenden, aber nicht klassischen „Genre“ zugeordnet, darunter „Gesangsbuch“, „Wertpapier“, „Rätselheft“ oder „Lieblingsbuch“.
Jeder Beitrag verbindet unter dem Motto „Menschendinge“ das besprochene Buch über das Lesen hinaus mit sozialen, politischen, familiären, historischen oder ganz alltäglichen Gegebenheiten.
Unsere Bücherschrank-Serie zeigt nicht nur, wie vielfältig Lesen ist, sondern auch, dass es in allen Lebensbereichen den Horizont niederschwellig erweitert und niemand Scheu vor „großer“ und noch weniger Abscheu vor vermeintlich „kleiner“ Literatur haben muss. Mit lesernahen, nicht akademischen Texten regt unsere Serie Leser an, selbst zum Buch zu greifen.