Er ist Weltmeister, Europameister mit der Nationalmannschaft, vierfacher Deutscher Meister, dreifacher Europapokalsieger der Landesmeister mit dem FC Bayern München – die Liste seiner Titel, Pokale und Ehrungen ist ellenlang. Sepp Maier war einer der weltbesten Torhüter, er ist eine Legende des deutschen Sports. Am Dienstag, 27. Oktober, tritt er im Theatersaal des ASV Dachau in der Gröbenrieder Straße 21 (19.30 Uhr, Einlass 18.30 Uhr) mit seiner humorvollen Porträtshow „Sepp Maier live“ mit Anekdoten, Musik und persönlichen Einblicken auf. Tickets sind bis Veranstaltungsbeginn erhältlich auf www.eventfrog.de.
Horst Kramer sprach mit der Legende.
Erinnern Sie sich noch an Ihr Spiel mit dem FC Bayern gegen den ASV Dachau am 19. August 1969, das Sie und Ihre berühmten Kameraden mit 7:3 gewannen?
Sepp Maier: Leider nein. Mei, wissen Sie, wir haben damals so viele Freundschaftsspiele, Testspiele und Vorbereitungsspiele bestritten, der FC Bayern brauchte ja immer Geld (lacht). Dachau kenne ich dennoch gut, als Tennisspieler. Mit der 1. Herrenmannschaft des TC Ebersberg habe ich oft auf der Dachauer Anlage gespielt.
Für alle Fußballfans, die damals dabei waren, bleibt das Spiel ein unvergessliches Erlebnis! Damals war Branco Zebec Ihr Trainer, mit dem Sie das erste Double (Meisterschaft und DFB-Pokal) holten. Welchen Ihrer Chef-Trainer beim FCB und DFB haben Sie besonders geschätzt?
Sepp Maier: Beim FC Bayern hatten wir ja sehr viele gute, sehr gute Trainer, etwa Dettmar Cramer oder Udo Lattek. Der wichtigste für mich war wohl unser WM-Trainer Helmut Schön. Er hat mich schon als DFB-Jugendtrainer schon 1960 zur Juniorenauswahl geholt. Er war für uns eine Art Vaterfigur, er war immer für uns da.
An welche Titel- oder Pokal-Feier als Torwart und Torwart-Trainer erinnern Sie sich besonders gerne?
Sepp Maier: Leider nicht an die von unserem WM-Titel von 1974 Helmut Schön. Wegen der RAF-Anschläge waren wir völlig abgeschirmt. Dafür war die WM-Feier 1990 in Rom, mit Franz als Teamchef und mir als Torwarttrainer, umso ausgelassener. Wir haben es nur mit Mühe am nächsten Morgen zum Flieger geschafft (lacht), mit großen Sonnenbrillen.
Wenn Sie heute als Jugendlicher die Karriere-Wahl hätten, wofür würden Sie sich entscheiden: Torwart, Tennisspieler, Zauberer oder Entertainer?
Sepp Maier: Wieder Fußball. Ganz einfach, weil es ein Mannschaftssport ist. Man freut sich zusammen, man ärgert sich zusammen. Die Tennisprofis oder Golfprofis kämpfen immer alleine.
Noch ein Blick in die Zukunft. Wer könnte mittelfristig die Nachfolge von Manuel Neuer antreten, beim FC Bayern und beim DFB: Jonas Urbig, Andreas Nübel oder ein anderer?
Sepp Maier: Der Jonas ist ein großes Talent, der wird das machen. Sowohl beim FC Bayern als auch bei der Nationalmannschaft. Hoffe ich zumindest. Schon damit wieder ein Bayern-Keeper zwischen den Pfosten steht.
Sie sind inzwischen 82 Jahre alt und haben in den vergangenen zwölf Monaten rund 30 Shows bestritten. Wie schaffen Sie das?
Sepp Maier: Ich bin nicht jemand, der nur zu Hause rumsitzt. Ich reise gerne, bin gerne unter Menschen. Das hält mich fit, geistig und körperlich.
Worauf können wir uns am Dienstag, 27. Oktober, im Theatersaal des ASV Dachau freuen?
Sepp Maier: Auf gute Laune! Hinterher hatten bisher alle Leute ein Lächeln im Gesicht.