Veröffentlicht am 03.03.2026 15:24

Plenterwald als Generationenprojekt

Informierten Waldbesitzer aus Ebersberg: (v.l.) Lisa Beckert (WBV), Philipp Braumiller (Berufsgenossenschaft), Kirsten Joas (Revierleiterin Ebersberg West) und Arthur Schmidt (Anwärter im Revier Glonn).  (Foto: AELF Ebersberg-Erding)
Informierten Waldbesitzer aus Ebersberg: (v.l.) Lisa Beckert (WBV), Philipp Braumiller (Berufsgenossenschaft), Kirsten Joas (Revierleiterin Ebersberg West) und Arthur Schmidt (Anwärter im Revier Glonn). (Foto: AELF Ebersberg-Erding)
Informierten Waldbesitzer aus Ebersberg: (v.l.) Lisa Beckert (WBV), Philipp Braumiller (Berufsgenossenschaft), Kirsten Joas (Revierleiterin Ebersberg West) und Arthur Schmidt (Anwärter im Revier Glonn). (Foto: AELF Ebersberg-Erding)
Informierten Waldbesitzer aus Ebersberg: (v.l.) Lisa Beckert (WBV), Philipp Braumiller (Berufsgenossenschaft), Kirsten Joas (Revierleiterin Ebersberg West) und Arthur Schmidt (Anwärter im Revier Glonn). (Foto: AELF Ebersberg-Erding)
Informierten Waldbesitzer aus Ebersberg: (v.l.) Lisa Beckert (WBV), Philipp Braumiller (Berufsgenossenschaft), Kirsten Joas (Revierleiterin Ebersberg West) und Arthur Schmidt (Anwärter im Revier Glonn). (Foto: AELF Ebersberg-Erding)

Im Februar und März 2026 luden die WBV Ebersberg/München-Ost und das Forstrevier Ebersberg West zu ihren jährlichen Informationsveranstaltungen ein. Zahlreiche Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer folgten der Einladung ins Café Schweiger nach Glonn. Sie diskutierten engagiert über aktuelle Entwicklungen im Waldbau und in der Forstpolitik. Weitere Themen waren die Forstförderung 2.0 sowie die Lage am Holzmarkt.
Ein fachlicher Schwerpunkt lag auf der Plenterwaldbewirtschaftung. Das ist eine Form der Dauerwaldbewirtschaftung mit dauerhaft bestockten, strukturreichen Wäldern. Unterschiedliche Alters- und Durchmesserstufen wachsen dabei auf derselben Fläche nebeneinander. Statt ganzer Bestände entnehmen Forstleute gezielt einzelne, reife Bäume. Die Naturverjüngung wächst unter dem Schirm älterer Bäume nach. Das sorgt für eine kontinuierliche Waldbedeckung und eine effiziente Lichtnutzung. Zudem verteilt sich das Risiko über verschiedene Altersklassen. Voraussetzung sind geeignete Standorte und passende Baumarten. Auch regelmäßige Pflege und angepasste Wildbestände sind wichtig.

Nichtstun ist keine Alternative

Kirsten Joas, Revierleiterin Ebersberg West, erläuterte die Grundprinzipien: „Ein Plenterwald ist ein Projekt über Generationen. Wer sich dafür entscheidet, braucht Geduld und Konsequenz in der Pflege. Dafür entsteht ein strukturreicher Wald mit hoher Biodiversität. Er ist stabil und bietet regelmäßiges Nutzungspotenzial.“ Sie betonte auch die fachlichen Anforderungen: „Die Pflege ist anspruchsvoll. In der Planung bietet diese Form jedoch Betriebssicherheit. Wenn verschiedene Baumarten vorhanden sind, gibt es unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten. Nicht alle Arten sind bei Schäden gleichermaßen betroffen.“
Wichtig sind vor allem schattenertragende Baumarten wie Tanne, Buche oder Linde. „Mit einer Eiche allein lässt sich kein Plenterwald entwickeln“, stellte Joas klar.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Forstförderung 2.0. Seit diesem Jahr stellen Waldbesitzer Anträge digital über die iBALIS-Maske. Joas erläuterte die notwendigen Schritte. Sie wies auf typische Fehler hin und gab Tipps für eine effiziente Abwicklung.
Lisa Beckert von der WBV Ebersberg/München-Ost informierte über den Holzmarkt: „Die Preise sind derzeit stabil. Bis Ende April sind sie auf gutem Niveau gesichert.“ Sie appellierte an die Anwesenden: „Stecken Sie Ihre Gewinne in die Pflege. Gesunde Wälder sind die beste Zukunftssicherung.“
Beckert verdeutlichte die wirtschaftlichen Zusammenhänge anhand von Beispielrechnungen und machte deutlich: „Eine kontinuierliche Waldbewirtschaftung trägt sich selbst. Sie deckt Pflege- und Pflanzkosten ebenso wie weitere notwendige Maßnahmen – vorausgesetzt, sie wird fachlich professionell begleitet.“ Zugleich unterstrich sie: „Nichtstun ist keine kostenfreie Option. Wer stetig pflegt, reduziert das Risiko durch Borkenkäfer, kann den Zuwachs nutzen und flexibel auf den Markt reagieren.“
Die Veranstalter griffen die Debatte um das neue Jagdgesetz mit einem Praxisbericht auf. Sie zeigten, wie Waldbesitz und Jagd vor Ort konstruktiv zusammenarbeiten. Ziel ist es, die Waldverjüngung zu sichern.

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