Endlich sind sie da, die Pfingstferien und für viele Bayern bedeutet das ab in den Urlaub. Wenn Sie zu den Pfingsturlaubern gehören wünsche ich Ihnen natürlich eine erholsame Zeit an Ihrem Zielort. Falls Sie die Zeit in Bayern verbringen, ist das aber auch nicht schlecht. Denn wir wohnen schließlich da, wo andere Urlaub machen. Wenn Sie ein Ausflugsziel in der Nähe suchen, darf ich Sie herzlich einladen unserem altbayerischen Dorf einen Besuch abzustatten und eine der schönsten Gegenden Bayerns zu genießen.
Aber seit wann gibt es eigentlich Fernreisen? Da muss man ein bisschen unterscheiden. Zum einen gab es Handelsreisen und einen anderen großen Teil stellten Pilgerreisen dar. So pilgerten etliche bayerische Gläubige schon im Mittelalter zum Beispiel nach Rom, Santiago die Compostella oder sogar bis nach Jerusalem. Später dann gab es auch weniger religiös motivierte Reisen und vor allem Adelige begaben sich auf die sogenannte Kavalierstour durch Italien, um dort die Kunst und Architektur kennenzulernen.
Handelsreisen spielten ebenfalls seit jeher eine große Rolle. Die Alpenregion hatte zum Beispiel Salz zu bieten. Zudem war Holz ein wichtiges Exportgut und die Leinweber stellten Stoffe her, die bis nach Italien geliefert wurden.
Sie sehen schon, die meisten Reisen dienten nicht dem Vergnügen. Das ist aber auch verständlich, wenn man sich die Reisebedingungen vorstellt. Zum einen war das Reisen teuer und nur der Adel oder reiche Bürger waren im 18. Jahrhundert überhaupt in der Lage Vergnügungsreisen zu unternehmen.
Ein besonders berühmter Reisender war Johann Wolfgang von Goethe, der seine Italienreise auch niederschrieb. Deshalb wissen wir, mit welchen Umständen er etwa bei seiner Rast auf dem Brenner zu kämpfen hatte, von unangenehmen Mitreisenden bis hin zu Bettwanzen!
Außerdem war die Fahrt in der Postkutsche gefährlich. Es gab Räuber, schlecht befestigte Straßen und immer wieder gebrochene Räder.
Da haben wir es heute schon bedeutend leichter an die unterschiedlichsten Plätze des Globus zu kommen. Und natürlich ist das faszinierend. Ich durfte während meiner Karriere selbst sehr viele Länder und vor allem Menschen kennenlernen und das ist eine enorme Bereicherung.
Gleichzeitig hat mir das Reisen aber auch gezeigt, wie schön es zuhause ist. Das alles in Summe war auch eine Motivation das Freilichtmuseum zu gründen. Mir ist klar geworden, wie wichtig es ist, mit den alten Gebäuden und Werkstätten Zeugen unserer Geschichte zu erhalten und ich freue mich, das auch mit Ihnen als Besucher teilen zu können. Und letztlich ist ein Besuch im altbayerischen Dorf eine ganz besondere Reise. Nämlich eine Reise in unsere gemeinsame Vergangenheit! Ich darf Sie deshalb herzlich einladen in den Pfingstferien auf diese besondere Art zu verreisen. In unserem altbayerischen Wirtshaus »Zum Wofen« werden Sie aber ganz im hier und jetzt mit bayerischen Schmankerln verwöhnt. Historisch wird es dann wieder beim Bier. Denn unser selbstgebrautes Museumsbier entsteht in unserer Schöpfbrauerei wie vor 300 Jahren über dem offenen Feuer und mit viel Handarbeit. Wer es lieber alkoholfrei hat, dem empfehle ich unsere hausgemachte Kräuterlimonade. Also ganz ehrlich, wer will da noch verreisen?
Ich freue mich auf Ihren Besuch!
Ihr Markus Wasmeier