Pfingsten ist eines der ältesten und farbenreichsten Feste im bayerischen Brauchtum. 50 Tage nach Ostern wird es gefeiert. Das ist übrigens auch die Bedeutung des Wortes Pfingsten. Es stammt vom griechischen Pentakoste, das sich über das Lateinische ins Althochdeutschen zu Pfingsttag gewandelt hat. Viele Bräuche sind damit verbunden. Besonders bekannt ist zum Beispiel der Pfingstritt in Bad Kötzting. Es gibt aber auch kleinere Festivitäten, sowie zum Beispiel den Umzug des „Pfingstls“. Dabei werden regional unterschiedlich einer oder mehrere Burschen komplett in Birkenlaub oder Reisig eingehüllt und ziehen quasi als Geist des Frühlings durch das Dorf. Wie gesagt, Pfingsten ist ein buntes und sehr vielfältiges Fest und bunt sind bei uns im Freilichtmuseum auch die Bauerngärten und Wiesen ringsherum. Die Natur steht in vollem Saft, deshalb gab es in der Landwirtschaft früher vielerorts den Pfingstaustrieb. Das Vieh wurde an Pfingsten zum ersten Mal im Jahr wieder auf die Sommerweiden getrieben. Die Birke spielte dabei wie beim „Pfingstl“ als Schutzpflanze eine wichtige Rolle, man steckte die Birkenzweige an die Stalltüren um Unheil abzuwenden.
Neben diesen Bräuchen gibt es natürlich auch ganz weltliche Dinge, die wir mit Pfingsten verbinden. Wenn ich Schüler frage, behaupte ich einmal, werden alle sofort an die Pfingstferien denken, die in Bayern mit den Pfingstwochenende beginnen. Ein Ausflug in unser Freilichtmuseum ist mit Sicherheit ein guter Start in diese freie Zeit. Für die jüngeren Kinder spielt am Pfingstsonntag und am Pfingstmontag Kasperls Spuikastl jeweils um 13 und um 14:30 Uhr. Das Münchner Puppentheater sorgt für viel Spaß auch bei den erwachsenen Zuschauern und begeistert mit immer wieder neuen Abenteuern.
Im altbayerischen Dorf erwartet Sie eine Zeitreise in unsere Vergangenheit. Die historischen Höfe versetzen uns etwa 300 Jahre zurück und lassen uns den Alltag vergessen. Entdecken Sie gemeinsam mit der ganzen Familie, wie das Landleben einst war und genießen Sie dabei die saftigen Wiesen mit den bunten Blüten. Wenn man genau hinsieht kann man auch zahlreiche Insekten beobachten und ich staune immer wieder, welche Vielfalt bei uns in Bayern vorhanden ist. Wer nach dem ausgedehnten Erkunden des Museumsdorfes dann Appetit bekommt, der ist in unserem altbayerischen Wirtshaus „Zum Wofen“ bestens aufgehoben. Regionale Schmankerl und Kaffee und Kuchen lassen keine Wünsche offen. Im Biergarten können Sie mit unserem selbstgebrauten Museumsbier wieder neue Kräfte tanken und dabei das einmalige Bergpanorama auf sich wirken lassen.
Und an dieser Stelle schon einmal vorab, in der zweiten Ferienwoche besuchen uns die Kelten. Vom 4. bis 7. Juni schlagen sie ihr Lager bei uns im Freilichtmuseum auf und präsentieren historisches Handwerk und Lagerleben mit originalgetreu nachempfundenen Gewändern, Werkzeugen und Schmuck.
Besonders spannend und einzigartig ist das Handwerk des Salzsiedens über dem offenen Feuer, wie es schon die Kelten zur Hallstattzeit betrieben haben. Das weiße Gold ermöglichte eine herausragende kulturelle Entwicklung in dieser Region und war überlebenswichtig.
Es ist also allerhand geboten im altbayerischen Dorf während der Pfingstferien. Planen Sie uns in Ihren Ausflugszielen mit ein und erleben bayerisches Brauchtum und Tradition hautnah.
Ich freue mich auf Ihren Besuch!
Ihr Markus Wasmeier