Veröffentlicht am 30.03.2026 09:29

Ort der Inspiration

Erstellten gemeinsam die brandneue Ausstellung „Karl Valentin und die alten Rittersleut” auf der Burg Grünwald, Dr. Reinhard G. Wittmann (l.) und Dr. Mathias Will (r.).  (Foto: hw)
Erstellten gemeinsam die brandneue Ausstellung „Karl Valentin und die alten Rittersleut” auf der Burg Grünwald, Dr. Reinhard G. Wittmann (l.) und Dr. Mathias Will (r.). (Foto: hw)
Erstellten gemeinsam die brandneue Ausstellung „Karl Valentin und die alten Rittersleut” auf der Burg Grünwald, Dr. Reinhard G. Wittmann (l.) und Dr. Mathias Will (r.). (Foto: hw)
Erstellten gemeinsam die brandneue Ausstellung „Karl Valentin und die alten Rittersleut” auf der Burg Grünwald, Dr. Reinhard G. Wittmann (l.) und Dr. Mathias Will (r.). (Foto: hw)
Erstellten gemeinsam die brandneue Ausstellung „Karl Valentin und die alten Rittersleut” auf der Burg Grünwald, Dr. Reinhard G. Wittmann (l.) und Dr. Mathias Will (r.). (Foto: hw)

Wo besser als in der Burg Grünwald könnte man die neue Ausstellung „Karl Valentin und die alten Rittersleut” präsentieren?! Hat sich doch hier Karl Valentin Anregungen für seine lebenslange Liebe zum Mittelalter im Generellen und zum Rittertum im Speziellen geholt. Eröffnet wurde sie am 27. März, zu sehen ist sie dort bis zum 15. November.

Von 1941 bis 1943 wohnte er sogar gleich im benachbarten Schlosshotel, um in München dem Bombenhagel zu entgehen. Die Zeit soll er damals unter anderem dazu genutzt haben, sich in der damals schon arg mitgenommenen Burg auf Schatzsuche begeben zu haben.
Das Thema Mittelalter und Rittertum zieht sich durch sein gesamtes Schaffen. Natürlich ganz in der Manier eines Karl Valentins, von Ehre, Mut oder kühnen Rittersagen hielt Karl Valentin nichts, ihn interessierte immer das Schräge, Komische und Absurde. Bereits 1914 tauchen erstmals Ritter in seinem Programm auf, 1924 schrieb er gemeinsam mit Liesl Karlstadt den Zweiakter „Die Raubritter von München”. Kam etwas beim Publikum gut an, wurde es wiederverwendet, umgeschrieben und erweitert. Mit diesem Stück feierten die beiden große Erfolge und füllten sogar dabei mehrmals die Münchner Kammerspiele.

Von 1934 bis 1937 nahmen sie das Stück als Grundlage für ein Drehbuch, eine Drehgenehmigung vom damaligen Propaganda-Ministerium blieb aber aus.

Wie sehr die Grünwalder Burg Karl Valentin und seine Wegbegleiter inspirierte kann man auch an einzelnen Bühnenbildern sehen, die aus der Feder von Ludwig Greiner stammen. Die dort dargestellte Burg ähnelt dem Grünwalder Vorbild aufs Haar und auch einige historische Details findet der Kenner der Geschichte der Burg, dort verewigt. Mit der Ritterspelunke im Keller des Hauses am Färbergraben 33 in München schuf sich Karl Valentin eine eigene Bühne. Aber nicht nur Theater bot die Ritterspelunke, sondern auch eine Gastwirtschaft und ein Panoptikum nebst Gruselkammer. Jeden Tag spielte Karl Valentin dort sein Programm, im Anschluss fand eine Führung durch das Panoptikum und den „Gruselkeller” (eine Art nachgebaute Folterkammer, Anm. d. Red.) statt. Der krönende Abschluss eines jeden Abends war das gemeinsame Singen seines Hits: „Ja so war'ns die oiden Rittersleut”.

In den 70er Jahren wieder entdeckt

Das Konzept ging auf, doch mit dem Verlauf des Krieges beschloss Karl Valentin sein Theater wieder zu schließen. Nach dem Krieg konnte Karl Valentin an seine alte Erfolge nicht mehr anschließen und verstarb schließlich am 9. Februar 1948 in Planegg. Lange Zeit blieb Karl Valentin in der künstlerischen Versenkung verschwunden, bis in den 1970er Jahren die Band HotDogs das Lied über die „oiden Rittersleut” wieder populär machten. Mit dem Lied erwachte auch wieder das Interesse an Karl Valentin und seiner Kunst.
Kurzweilig verfolgt die Sonderausstellung der Burg Grünwald die Leidenschaft Karl Valentins für Rittersleute aller Arten und ermuntert die Besucher ausdrücklich zum Mitmachen und eintauchen in seine Welt. Ein buntes Rahmenprogram bietet das Archäologische Zweigmuseum in der Zeillerstr. 3 in Grünwald.

Jede Menge auf der Burg geboten

Zu den besonderen Programmpunkten für Kinder gehört ein Greifvogeltag mit dem Falkner Paul Klima am 26. April. Die Flugshows finden jeweils um 11.30 und 13.30 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, bei Regen muss die Veranstaltung leider entfallen.

Für Kinder ist der Workshop: „Valentin trifft Lesefüchse” am 12 April um 15 Uhr und am 27. Juni ebenfalls um 15 Uhr gedacht. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich Treffpunkt ist im Burghof.

Eine Karl Valentin-Lesung mit Rosemarie Scheitler-Vielhuber, einer Urenkelin von Karl Valentin und Wilfried vom Ammersee findet am 19. April um 15 Uhr statt. Anmeldung unter Tel. 089/6413218.

Spezielle für die Karl Valentin-Ausstellung gibt es eine Führung speziell für Erwachsene am 17. Mai, jeweils um 11 und um 14 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Treffpunkt ist an der Kasse.
Weitere Führungen werden am 11. Juni um 16 Uhr von Dr. Harald Schulze, am 26. Juli um 11 Uhr von Dr. Melanie Marx geboten. Kosten 3 Euro zuzüglich Eintritt. Hier ist eine Voranmeldung nötig unter der E-Mail: info@archaeologie.bayern. Treffpunkt ist ebenfalls an der Kasse.

Rund um die Burg

Die Burg ist einfach per Tram Linie 25 (Ausstieg Derbolfinger Platz) erreichbar. Geöffnet ist die Burg von Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet 2,50 Euro, für Kinder bis 18 Jahren frei, sonntags 1 Euro für Erwachsene. Der Eintritt ist die Sonderausstellung kostet 4 Euro, das Kombiticket 5 Euro. Wer den Turm besteigen will, muss nochmals 1 Euro bezahlen.

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