Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen: Jährlich erkranken ca. 75.000 Frauen in Deutschland neu an einem Mammakarzinom. Die Erkrankung ist eine schwere Belastung für die Patientin und deren Familie. Es gibt heute zahlreiche Daten, die den positiven Einfluss von regelmäßiger Bewegung bei Brustkrebspatientinnen und insbesondere positive Effekte von Yoga belegen. Auf Initiative der Harlachinger Kolleginnen Dr. Veronika Piger (Oberärztin Frauenklinik),Nora Habrecht (Breast Care Nurse) und Stephanie Curths (Qualitätsmanagerin) konnte zum Jahresanfang ein Yoga-Kurs für die Brustkrebspatientinnen der Harlachinger Frauenklinik neu etabliert werden. Die München Klinik dankt ausdrücklich der Marianne Strauß Stiftung,die das Angebot durch Spenden möglich macht und für ein Jahr im Voraus finanziert hat. Die München Klinik sammelt weiterhin Spenden, um das Angebot auch darüber hinaus zu etablieren.
Die Yogastunden finden einmal wöchentlich in eigens dafür bereitgestellten Räumlichkeiten in der MüK Harlaching statt. Patientinnen, die sich regelmäßig zur Therapie in der onkologischen Tagesklinik aufhalten, können direkt vor Ort am Bewegungsangebot teilnehmen – ohne zusätzliche Wege oder Termine einplanen zu müssen. Damit schafft die MüK einen geschützten Raum, in dem Bewegung, Wohlbefinden und der Austausch mit anderen Patientinnen gleichermaßen Platz haben. Die Yogastunden gibt die erfahrene Yoga-Lehrerin Barbara Fergg, die den Schwerpunkt auf ein sanftes, achtsames Yoga setzt, das für Patientinnen in dieser Phase wichtig ist. Übungen zur Selbstregulation, sanfte Körperübungen, Atem- und Entspannungsübungen sind Teil des Programms. „Ein zentraler Gedanke ist die Selbstfürsorge: Durch die achtsame Praxis lernen die Frauen, ihre eigenen Bedürfnisse und Grenzen zu spüren und zu respektieren – zunächst auf der Yogamatte und nach und nach auch im Alltag“, so Barbara Fergg.
„Wir wissen, welche positiven Effekte Yoga auf die körperliche Fitness, die Körperwahrnehmung, das Erleben von Selbstwirksamkeit, die Linderung von Nebenwirkungen sowie den Austausch mit anderen Betroffenen hat. Deshalb bieten wir Yogakursean, um den Patientinnen ein leicht zugängliches Angebot in einem geschützten Raum zu geben“, sagt Dr. Veronika Piger, Oberärztin Frauenklinik München Klinik Harlaching. Yoga kann Studien zufolge unmittelbar zu einer spürbaren Reduktion von Erschöpfung beitragen – sowohl, wenn diese durch die Erkrankung selbst als auch durch die Therapie verursacht ist. Daher empfiehlt auch die aktuelle medizinische Leitlinie Yoga während und nach einer Krebstherapie, um diese sogenannte Fatigue wirksam zu lindern. Darüber hinausgibt es Hinweise, dass Yoga auch Schlafqualität, kognitive Leistungsfähigkeit und therapiebedingte Wechseljahresbeschwerden verbessern kann. Bisher stammen diese Ergebnisse vor allem aus Studien mit Brustkrebspatientinnen nach Abschluss der Therapie. Es istjedoch sehr wahrscheinlich, dass sich diese positiven Effekte ebenso bei Patientinnen während einer laufenden Behandlung zeigen. Selbst während einer systemischen Therapie profitieren Patientinnen – nicht nur durch eine bessere Verträglichkeit der Behandlung,sondern auch durch das Gefühl gesteigerter Selbstwirksamkeit. Dies unterstützt zudem die Krankheitsbewältigung auf psychischer Ebene. Weitere Informationen zu den Spendenprojekten der München Klinik: https://www.muenchen-klinik.de/spende/