Vielleicht haben Sie in den letzten Tagen in den Lokalausgaben Ihrer Zeitung vom ein oder anderen Maibaumdiebstahl gelesen. Denn es ist wieder soweit, am 1. Mai wird in zahlreichen Ortschaften der neue Maibaum aufgestellt, auch bei uns im altbayerischen Dorf. Und wie es der Brauch will, versuchen unterschiedliche Gruppen, meist aus den Nachbargemeinden, den Baum noch vor dem Aufstellen zu entwenden. Heraus springt dann eine ordentliche Brotzeit und manchmal dürfen die Diebe auch beim Aufstellen helfen.
Da spielen sich dann gelegentlich schon kuriose Szenen ab. So war zum Beispiel einmal die Wachmannschaft in einem Bauwagen beim Kartenspielen, als die Diebe kamen. Diese haben dann die Tür von außen verriegelt, den Bauwagen an einen Bulldog gehängt und sind mit der gesamten Maibaumwache davon gefahren. Der Rest der Gruppe konnte in Ruhe den Maibaum wegtragen, denn ein Handy gab es damals noch nicht, die Geschichte liegt schon einige Jahre zurück. Ganz aktuell ist aber ein anderer kurioser Maibaumdiebstahl aus Schwaig bei Erding. Ein dort ansässiger Verein soll im Auftrag von Kardinal Marx einen Maibaum in Rom aufstellen. Damit das dort richtig gelingt, hatten Sie einen Übungsmaibaum angefertigt. Die Landjugend aus Inning hat dann fälschlicherweise den Übungsbaum gestohlen und sich bereits auf das Aufstellen in Rom gefreut! Doch schnell stellte sich der Irrtum heraus. Geärgert haben sie sich aber nur kurz, weil lustig ist es ja irgendwie auch. Am Ende treffen sich jetzt der Verein aus Schwaig und die Landjugend zu einem gemeinsamen Fest.
Und um das geht es bei lebendigen Bräuchen doch eigentlich, dass man zusammenkommt und eine gute Zeit hat. Das kann ich Ihnen für unser Maibaumfest auf alle Fälle versprechen. Mit Musik und unserem selbstgebrauten Maibock feiern wir im albayerischen Dorf den ersten Mai. Am Vormittag wird unser Maibaum nur mit Muskelkraft aufgestellt, was spannend zum Zuschauen ist.
Regional kann der Maibaum unterschiedlich aussehen. Oft ist er weiß-blau angemalt und mit Zunfttafeln versehen, auf denen die im Ort ansässigen Handwerksbetriebe dargestellt sind. Andernorts ist der Maibaum unbemalt und lediglich die Rinde vom Baum abgelöst. So ist es auch bei uns im Freilichtmuseum.
Starten Sie bei uns am Schliersee in das verlängerte Wochenende und lassen Sie sich im Biergarten inmitten der Schlierseer Berge mit allerlei Schmankerln aus der Küche verwöhnen. Vielleicht beginnen Sie ja direkt mit einem Weißwurstfrühstück?
Und für die kleinen Gäste spielt Kasperls Spuikastl um 13:00 Uhr und um 14:30 Uhr!
So kann der Wonnemonat Mai starten, finde ich! Und schon am Wochenende darauf darf ich Sie ebenfalls gleich einladen, den Muttertag bei uns im Freilichtmuseum zu feiern. Das altbayerische Dorf ist ein perfekter Rahmen um mit der gesamten Familie einen entspannten Tag zu erleben. Kommen Sie mit auf eine Zeitreise und tauchen Sie ein in das Landleben, wie es einst war.
Ich freue mich auf Ihren Besuch!
Ihr Markus Wasmeier