In München gibt es sie mittlerweile in jedem Stadtviertel und wenn es sie nicht geben würde, müsste man sie erfinden. Die Rede ist von den öffentlichen Bücherschränken. Das Prinzip ist einfach erklärt: Bei der Durchsicht des heimischen Lesestoffs werden die Bücher ausgewählt, die man nicht noch einmal lesen würde, deren Einband aber in Ordnung ist und die man mit gutem Gewissen einem Freund empfehlen würde. Diese Bücher bringt man zum nächstgelegenen Öffentlichen Bücherschrank, stellt sie sorgfältig ein und nimmt sich, wenn man denn möchte, neuen Lesestoff mit nach Hause.
Neben dem ökologischen Aspekt, dass Bücher nicht weggeworfen werden, zielt das Projekt „Bücherschrank” auch darauf ab, ein wenig das Gemeinschaftsgefühl zu fördern, man kommt dort zusammen und unterhält sich vielleicht mit dem einen oder anderen Interessenten. Die öffentlichen Bücherschränke leben vom Prinzip des Gebens und Nehmens. Einige Bücher bringen, einige Bücher nehmen. Die Betonung liegt auf einige, es sollten nicht ganze Nachlässe dort „entsorgt” werden”. Überhaupt sind die Bücherschränke kein öffentlichen Mülleimer, sondern Orte, an denen eine solidarische Gesellschaft gelebt werden kann.
An folgenden Orten sind Öffentliche Bücherschränke zu finden: Am Mangfallplatz in Harlaching, am Schumacherring 24, am Dietzfelbinger Platz 2 und am Waldheimplatz 60 in Waldperlach.