"Und wieder war ich gerettet"

Unterhaching · Das Leben des Zeitzeugen Alex Ebstein

Zeugnis ablegen und die Erinnerung wach walten will das Buch über Alex Ebstein, das im Volk-Verlag erschienen ist. Bild rechts: Alex Ebstein überlebte drei KZ-Lager. Über sein bewegtes Leben hat Christoph Wilker ein Buch geschrieben. Fotos: VA / Privat

Zeugnis ablegen und die Erinnerung wach walten will das Buch über Alex Ebstein, das im Volk-Verlag erschienen ist. Bild rechts: Alex Ebstein überlebte drei KZ-Lager. Über sein bewegtes Leben hat Christoph Wilker ein Buch geschrieben. Fotos: VA / Privat

Unterhaching · Die Feierlichkeiten zum 75. Jahrestag der Befreiung des KZ Flossenbürg am 23. April mussten wegen der Corona Krise abgesagt werden. Der Unterhachinger Biograf Christoph Wilker erinnert sich, wie er 2012 mit Alex Ebstein aus Trudering zur Jahresfeier nach Flossenbürg fuhr.

Ebstein überlebte als verfolgter Jude die Konzentrationslager Ausschwitz, Sachsenhausen und Flossenbürg sowie zwei Todesmärsche. Wilker traf sich fünf Jahre lang zweimal im Monat mit dem Zeitzeugen. 2019 veröffentlichte er Ebsteins Lebensgeschichte, die inzwischen im Stadtarchiv München und an weiteren Orten vorgestellt wurde.

Das Buch berichtet über Alex´ Jugend als Jude in Breslau und die zunehmenden Repressalien gegen die jüdische Bevölkerung, wie er auf tragische Weise seine Familie durch den Holocaust verlor und über den Leidensweg, den er anschließend allein durch die NS-Konzentrationslager beschreiten musste. Alex Ebstein zeichnete aus, dass er dennoch auch das Positive wahrnahm. Durch zahlreiche Hilfestellungen von jüdischen und anderen Mithäftlingen, Glück und kluge Entscheidungen gelang ihm das Unmögliche: Er überlebte das Inferno.

Im KZ Flossenbürg lernte er Zeugen Jehovas kennen. Ihn beeindruckte die Haltung dieser Häftlinge, die wegen ihres gewaltlosen Widerstandes inhaftiert waren. Noch im Jahr der Befreiung schloss sich Ebstein der Glaubensgemeinschaft an. Er gründete eine Familie und lebte fast 70 Jahre bis zu seinem Tod 2015 in München.

Ursula Kersh, eine in den USA lebende konservative Jüdin und Cousine von Alex Ebstein, dankte dem Autor in einem Brief für seine Liebe und seinen Respekt, mit dem er das Buch geschrieben habe. Nachdem es im Buch um zwei Opfergruppen geht, Juden und Zeugen Jehovas, war es Wilker wichtig, keine Gefühle zu verletzen.

Der Historiker Prof. Dr. Hans Simon-Pelanda empfiehlt das Buch mit den Worten: „Eine spannende Lektüre eines bemerkenswerten Einzelschicksals.“ Und Dr. h.c. Barbara Distel, ehemalige Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, wünschte dem Buch bei ihrer Ansprache im Stadtarchiv „viele, vor allem junge Leser“. „Und wieder war ich gerettet – Wie Alex Ebstein die Konzentrationslager Auschwitz, Sachsenhausen und Flossenbürg überlebte und zu einem erfüllten Leben fand.

Erschienen ist das Buch im Volk Verlag (ISBN 978-3-86222-315-2) und kostet 14,90 Euro.

Artikel vom 01.05.2020
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