Andreas Lechner im Olympiadorf

Ein Sittenbild der Stadt München

Der Kulturverein im Olympiadorf wird 40 und hat jede Menge Action in petto. Foto: Daniel Mielcarek

Der Kulturverein im Olympiadorf wird 40 und hat jede Menge Action in petto. Foto: Daniel Mielcarek

Olympiadorf/München · Autor und Enkel Andreas Lechner belebt anlässlich 40 Jahre Kulturverein Olympiadorf im Forum 2 in der Nadistr. 3 auf packende und authentische Weise die vergessene Sportlerkarriere seines Großvaters. Die Geschichte des Olympiasiegers von 1928 gibt es am 01.07. um 19.30 Uhr.

Er entwirft nebenbei ein Panorama Münchens zwischen den Weltkriegen bis in die 50er Jahre: Vorkriegszeit im ländlichen Bayern. Während die Industrialisierung im Inntal Einzug hält, stemmt ein Bauernbub aus Kolbermoor jeden Tag Mehlsäcke im Dachkammerl über der Sägemühle des Großvaters. Josef Straßberger hat ein Ziel – der stärkste Mann der Welt zu werden.

Verwundet, aber nicht gebrochen geht Josef Straßberger nach dem Ersten Weltkrieg in die große Stadt, zu den Gewichthebern des TSV 1860 München. Bald folgt Titel auf Titel, Deutscher Meister, Weltmeister, Weltrekordhalter – alles führt ihn auf seinen größten Triumph bei den Olympischen Spielen 1928 hin. Die schillernden Zwanzigerjahre bringen auch den wirtschaftlichen Aufschwung, mit Gastronomie und Pferden häuft er ein Vermögen an. Doch dann entfachen die Nationalsozialisten den Weltenbrand.

Andreas Lechner wuchs in Münchens Altstadt auf, rund ums Sendlinger Tor. Dem Musikstudium am Richard-Strauß- Konservatorium folgten die Gründung der Musikgruppe Guglhupfa und das Tingeln in der Kleinkunstszene. Er ist als Regisseur und Produzent tätig, als Theater- und Filmschauspieler, Musiker und Autor.

„Viele verkaufen ihre ganze Familie auf dem Buchmarkt. Andreas Lechner verkauft nur seinen Großvater. Er ist ein schreibender Separatist“, so Josef Bierbichler.

Artikel vom 29.05.2019
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