„Mit wenigen sicheren Linien setzt Stefanie Pietsch das Motiv kühn und großzügig in den Bildraum. (…) Die genaue Beobachtung und die souveräne Beherrschung der zeichnerisch-malerischen Mittel überzeugten die Jury“. So lautet die Begründung der Jury bei der Vergabe des Kunstpreises für Malerei der Stadt Starnberg an Stefanie Pietsch, die somit bereits zum zweiten Mal mit diesem Preis ausgezeichnet wurde. Die 42 Jahre alte Grafikdesignerin war bereits 2013 Gewinnerin des Wettbewerbs. Zum diesjährigen Wettbewerb hat sie ein Aquarell und zwei Tuschezeichnungen eingereicht, die durch die Beschränkung auf wenige, schnell hingeworfene Striche ihre besondere Wirkung entfalten. Das Aquarell zeigt ein Kind, ihren inzwischen neunjährigen Sohn, auf dem Bauch des Vaters liegend.
Der Kunstpreis für Malerei wird seit 1989 vergeben. Teilnehmen dürfen ausschließlich Künstler, die ihren Lebensmittelpunkt in Starnberg oder in den Anliegergemeinden des Starnberger Sees haben. Die Künstler dürfen maximal drei Arbeiten, die bereits gerahmt, aufgespannt und mit sicherem Aufhänger versehen sind, vorgelegt werden. Die Beurteilung der eingereichten Bilder oblag einer achtköpfigen Jury bestehend aus Prof. Dr. Thomas Zacharias (Kunsthistoriker), Rosemarie Zacher (Kunstpreisträgerin 1989), Ina Kohlschovsky-Lang (Kunstpreisträgerin 2007), Katja Fohrmann (Stadtrat), Katharina Kreye (Kuratorin Kulturbahnhof) und Astrid Amelungse-Kurth (Kulturjournalistin). Namen oder Kürzel des jeweiligen Künstlers war der Expertengruppe bei der Bewertung nicht bekannt. Zwischen dem Abgabetermin und der Preisvergabe lagen nur wenige Tage. In dieser Zeit musste die Jury insgesamt 137 Kunstwerke von 46 Künstlern aus dem Raum Starnberg genauestens unter die Lupe nehmen. Die Teilnehmerzahl blieb heuer deutlich hinter der in anderen Jahren zurück.
Der Gewinnerin winkt der Ankauf eines ihrer Kunstwerke zum Betrag von 3.000 Euro sowie die Möglichkeit, das stadteigene Paul-Thieme Atelier an der Josef-Fischhaber-Straße zwei Jahre lang kostenlos als Werkstatt zu nutzen. Außerdem verpflichtet sich die Stadt eine Ausstellung der in dieser Zeit entstandenen Werke zu organisieren. Der 2. Preis ging an Frederic Dieter Stein, der 3. Preis an Birgit Röring. Auch die beiden Gautinger Preiträger dürfen sich über den Ankauf ihrer Kunstwerke für immerhin 2.000 Euro beziehungsweise 1.000 Euro freuen. Martina B`shary aus Feldafing erhielt für ihre Bilder einen Anerkennungspreis.