282 Seiten umfasst der „Aktionsplan für Menschen mit Behinderungen - 'gemeinsam stärker' des Landkreises Starnberg”. Damit soll landkreisweit der Weg geebnet werden, um eine inklusive Gesellschaft zu verwirklichen. „Kein Mensch darf ausgeschlossen oder ausgegrenzt werden“, erklärte die Behindertenbeauftragte des Landkreises, Petra Seidl. Das sei auch gesetzlich in der UN-Behindertenrechtskonvention so vorgeschrieben.
Im neuen barrierefreien Gilchinger Rathaus wurde die Broschüre offiziell vorgestellt. Zwei Jahre lang wurde an ihr in vier Workshops, vielen Sitzungen sowie in Arbeitsgruppen gearbeitet. Dabei waren die Betroffenen beteiligt, so Friedrich Büttner, vom Starnberberger Landratsamt. In der Broschüre sind 100 Maßnahmen und Handlungsempfehlungen aufgelistet.
2015 hatte der Kreistag beschlossen einen Aktionsplan aufzustellen. Dafür wurde Doris Meszaros als Koordinatorin im Landratsamt eingestellt. Eine weitere Kraft soll jetzt kommen, um bei der Umsetzung des Aktionsplan zu unterstützen.
Insgesamt gibt es sieben Themenbereiche der Inklusion im Aktionsplan, auf die sich die Beteiligten geeinigt haben: Wohnen, Arbeit, Mobilität und Barrierefreiheit, Freizeit, Kultur und Sport, Politische Teilhabe und Information, frühkindliche Bildung und Schule. Neben der Ist- und Soll-Situation gibt es in der Broschüre Handlungsziele für die nächsten fünf Jahre sowie Vorschläge für konkrete Maßnahmen.
Klaus Angerbauer, Gemeinderat aus Weßling, regte an, dass sich die Gemeinden ähnlich wie beim Klimapakt verpflichteten die Maßnahmen im Katalog umzusetzen. Vor allem an den Schulen müsste kräftig investiert werden, um Inklusion zu erreichen, betonte eine betroffene Mutter. Hier stehe „Sparen“ immer noch vor „Inklusion“. Damit der Aktionsplan nicht zum Papiertiger wird, soll einmal jährlich im Kreistag über die erreichten Ziele berichtet werden. Zunächst sei es aber wichtig, dass der Aktionsplan bei den Entscheidungsträgern bekannt gemacht wird.