Veröffentlicht am 31.07.2017 13:42

Aus für die Peißenberger Obstpresse?

Bangen um die Zukunft der Peißenberger Obstpresse: Petra Gandorfer, Matthias Hett, Rita Bauer, Martin Lehner und Josef Bauer (von links). (Foto: mka)
Bangen um die Zukunft der Peißenberger Obstpresse: Petra Gandorfer, Matthias Hett, Rita Bauer, Martin Lehner und Josef Bauer (von links). (Foto: mka)
Bangen um die Zukunft der Peißenberger Obstpresse: Petra Gandorfer, Matthias Hett, Rita Bauer, Martin Lehner und Josef Bauer (von links). (Foto: mka)
Bangen um die Zukunft der Peißenberger Obstpresse: Petra Gandorfer, Matthias Hett, Rita Bauer, Martin Lehner und Josef Bauer (von links). (Foto: mka)
Bangen um die Zukunft der Peißenberger Obstpresse: Petra Gandorfer, Matthias Hett, Rita Bauer, Martin Lehner und Josef Bauer (von links). (Foto: mka)

Seit Beginn der 1920er Jahre, also seit knapp hundert Jahren, presst der „Verein für Gartenbau und Landespflege Peißenberg-Ammerhöfe“ nicht nur für die Peißenberger Obst. In den letzten über dreißig Jahren tat dies ehrenamtlich das Ehepaar Rita und Josef Bauer zusammen mit seinen Helfern. Doch damit ist nun Schluss. Im April erklärten die Bauers dem Vereinsvorstand gegenüber, dass diese Saison ihre letzte sein würde.

Die vom Gartenbauverein betriebene Obstpresse an der Bachstraße 32 in Peißenberg steht nun möglicherweise vor dem Aus, denn Nachfolger sind aktuell nicht in Sicht. Deshalb fand am 12. Juli eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt, bei der dies thematisiert wurde. „Der Einladung sind knapp zehn Prozent der rund 400 Vereinsmitglieder gefolgt“, erklärt Matthias Hett, erster Vorstand des Vereins. Keiner der Anwesende bekundete dabei Interesse an der Tätigkeit.

Andrang am Presstag groß

Die Förderung des Obstanbaus ist, ebenso wie die Erhaltung der Volksgesundheit, jedoch ein satzungsgemäßes Ziel innerhalb des örtlichen Gartenbauvereins. Dabei ist es wichtig, nicht Neupflanzungen anzuregen, sondern auch Hilfestellung zur sinnvollen Verwertung der anfallenden Obstmengen anzubieten. Um dies zu gewährleisten, betreut und betreibt der Peißenberger Gartenbauverein die Obstpresse am Ort. „Der Andrang war von Mitte August bis Ende Oktober immer riesig, wenn am Montag Presstag war“, so Hett. Nun sucht er zusammen mit dem zweiten Vorstand Martin Lehner und dritten Vorstand Petra Gandorfer händeringend Nachfolger für das Ehepaar Bauer.

Aufwandsentschädigung wird gezahlt

Dass sich niemand um diese ehrenamtliche Arbeit reißt, ist kein Wunder: Der Betrieb der Obstpresse war und ist enorm arbeitsaufwendig. Es gibt sowohl im Vorfeld der Presssaison als auch vor jedem Presstag Einiges zu erledigen. So muss die Anlage betriebsbereit gemacht werden, die Bestellung für die „Bag-in-Box“ muss rechtzeitig abgeschlossen werden, und auch die telefonische Terminvergabe verlangt Zeit und Geschick, damit nach Möglichkeit keine unnötigen Leerzeiten während des Pressens entstehen. Auch am Presstag selbst gilt es, manches zu beachten und gewissenhaft zu arbeiten. Die Arbeit ist anstrengend und erfordert eine gewisse körperliche Fitness. Und nach dem Presstag geht die Arbeit weiter, dann wird geputzt, die komplette Anlage muss gereinigt und vor allem auch gewartet und gepflegt werden. Darüber hinaus gilt es, auch Auflagen der Berufsgenossenschaft zu beachten sowie steuerrechtliche und bürokratische Hürden zu meistern. Daher wird die an sich ehrenamtliche Arbeit auch mit einer Aufwandsentschädigung „vergütet“.

Ehepaar Bauer: Noch sind wir da

Einfach so aufzuhören, fällt den Bauers nicht leicht. „Diese Einrichtung ist eine gute Sache; aber uns wird das Ganze inzwischen einfach zu viel“, sagen die Eheleute. Sobald sie von „ihrer“ Obstpresse reden, bekommen sie feuchte Augen und beginnen zu schwärmen, denn es war für sie in den letzten Jahrzehnten fast so, wie ein weiteres Kind, das sie aufgezogen haben. Der Pressbetrieb heuer wird noch wie bisher gewohnt und gekannt durchgeführt. Allerdings steht der Betrieb der Anlage ab 2018 momentan noch in den Sternen. „Eventuell gibt es aber innerhalb der örtlichen Bevölkerung doch Interessenten, die sich eine Mithilfe bei der Obstverwertung vorstellen können“, hofft Matthias Hett. Noch stehen die Bauers jedenfalls mit Rat zur Verfügung, um mögliche Nachfolger gründlich einzuarbeiten. „Wir sind da, wenn jemand Unterstützung braucht“, versprechen sie.

So besteht innerhalb der Vorstandschaft im Moment noch ein kleiner Funken Hoffnung, dass sich noch jemand findet, der diese Dienstleistung für die drei Monate im Jahr übernimmt. Wer Interesse an dieser Tätigkeit hat, kann sich an Matthias Hett (Telefon 08803/60312), Martin Lehner (08803/900757) oder Petra Gandorfer (08803/2654) wenden.

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