Veröffentlicht am 13.03.2017 16:46

Geheime Zeichen der Natur

Mariela Sartorius ist eine Spätberufene: Erst mit 70 Jahren machte sie ihre Leidenschaft für die Malerei zu ihrem zweiten Beruf. Zuvor war sie fast 50 Jahre lang überaus erfolgreich als Journalistin, Schriftstellerin und Poetin tätig. Ihre Reportagen, Porträts, Essays und Gedichte wurden in zahlreichen deutschen Medien gedruckt, ihre Bücher, darunter „Die hohe Schule der Einsamkeit“, „Die hohe Kunst der Melancholie“ und „Der weibliche EQ“, in zahlreiche Sprachen übersetzt. Kurz vor ihrem 70. Geburtstag jedoch hängte sie diesen Beruf plötzlich an den Nagel und entdeckte die Malerei für sich. Jetzt, kaum fünf Jahre später, hat die Überzeugungstäterin aus Leidenschaft es auch in ihrer neuen Profession erstaunlich weit gebracht. Mariela Sartorius' Bilder waren seit 2015 bereits in London, Madrid, Santa Fe (USA) und München zu sehen. Mit dem Porträt der Nase ihres Hundes wurde sie erst kürzlich im Münchner Kunstverein als beste Künstlerin der Ausstellung „Hayward & Tamayo“ gekürt. Es folgte im Februar eine Einzelausstellung im Kunstverein Murnau, Ende März sind ihre Bilder nun im Kunstkabinett Starnberg zu bewundern. Unter dem vielversprechenden Titel „Geheime Zeichen der Natur“ sind großformatige, mit breitem Strich gemalte, monochrome Bilder zu sehen. Weite Ausblicke wechseln sich mit kleinteiligen Strukturen ab.

Halbe Sachen waren nie das Ding von Mariela Santorius. Und so hat sie auch ihre neue Passion, nicht wie viele Hobbymaler, die im Alter ihre Liebe zu Pinsel und Leinwand als Zeitvertreib entdecken mit großer Disziplin und Ernsthaftigkeit perfektioniert. Sie nahm Unterricht bei verschiedenen namhaften Lehrern und entwickelt ihre Techniken und malerischen Fähigkeiten ständig weiter. Mariela Sartorius' Malerei ist geprägt von Neugier, Erfindungsreichtum, Fantasie, Mut zum Ausprobieren. Aktuell arbeitet sie an einer neuen Serie: Sie besteht aus Experimentalarbeiten, deren Grundlage Fotos sind, die – oft extrem vergrößert – schon in sich Abstraktionen darstellen. Diese Fotos werden mit malerischen Mitteln weiter entwickelt und verfremdet. Ihre künstlerische Palette bedient sich der Farben der Natur: Erdige Töne stehen im Wechselspiel zu eisblauen Gletscherimpressionen, schwarze Nacht kontrastiert mit dem Saftgrün frühlingshafter Gebilde. Motivisch schöpft sie aus dem reichen Schatz ihrer Erfahrungen, der unteranderem durch ausgiebiges Reisen geprägt wurde. Seit früher Jugend bereiste Sartorius mehrfach alle fünf Kontinente. Noch heute bilden Reisen in unbekannte Gefilde real wie bildlich ihr persönliches Lebensel. Das Ausstellung im Kunstkabinett in der Hanfelder Straße 82 dauert von Freitag, 24. März, bis Sonntag, 2. April. Die Vernissage ist am Freitagabend um 18 Uhr. Weitere Besichtigungstermine nach telefonischer Terminabsprache unter Telefon 08151/90340.

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