Vier Familienmitglieder, vier Jahrzehnte, vier unvergessliche Stimmen: Aufwühlend und anrührend erzählt Shida Bazyar eine Geschichte, die ihren Anfang 1979 im Iran nimmt und den Bogen bis in die deutsche Gegenwart spannt. Am Donnerstag, 23. März, ist die Autorin für eine Lesung aus „Nachts ist es leise in Teheran” im EineWeltHaus an der Schwanthalerstraße 80 zu Gast. Los geht es um 19.30 Uhr.
Bazyar erzählt eine aufrüttelnde Familiengeschichte über Revolution, Flucht und den Wunsch nach Freiheit: 1979 kämpft Behsad, ein junger kommunistischer Revolutionär nach der Vertreibung des Schahs um eine neue Ordnung im Iran. Er berichtet von funkenschlagender Hoffnung und davon, wie er in der literaturbesessenen Nahid die Liebe seines Lebens findet. Zehn Jahre später in der deutschen Provinz: Behsad und Nahid sind nach Machtübernahme der Mullahs mit ihren Kindern geflohen. Stunde um Stunde verbringen sie vor dem Radio und hoffen auf Neuigkeiten von Freunden. Sie wollen zurückkehren, unbedingt, und suchen zugleich eine Heimat in der Fremde.
1999 reist Laleh, die Tochter des Paares, gemeinsam mit ihrer Mutter nach Teheran. Zwischen Schönheitsritualen und geflüsterten Geheimnissen lernt sie ein Land kennen, das sich nur schwer mit Erinnerungen deckt. Ein weiteres Jahrzehnt später beobachtet ihr Bruder Mo belustigt die pseudoengagierten Demonstrationen der deutschen Studenten. Dann bricht die Grüne Revolution in Teheran aus und Mos Welt steht Kopf. Bazyar gelingt ein dichtes, zartes und mitreißendes Familienmosaik – ein hochaktueller Roman über Unterdrückung und Widerstand.
Die Autorin hat Literarisches Schreiben studiert, heute lebt Bazyar in Berlin. Halbtags arbeitet sie als Bildungsreferentin mit jungen Menschen, die verbleibende Zeit schreibt sie. Neben Veröffentlichungen von Kurzgeschichten in Zeitschriften und Anthologien war Bazyar Stipendiatin des Klagenfurter Literaturkurses 2012 und Studienstipendiatin der Heinrich-Böll-Stiftung. Die Lesung kostet 3 Euro.