Vor einem Jahr wurde der Platz über der U-Bahnstation Brudermühlstraße nach Resi Huber benannt. Im Dezember wurde in einer Feierstunde an Resi Huber und ihr Leben erinnert: Die gebürtige Dachauerin hatte als Zivilangestellte in dem vom Dachauer KZ betriebenen Kräutergarten gearbeitet und unter Lebensgefahr u.a. Briefe und Lebensmittel für die Häftlinge in das Lager geschmuggelt. Nach dem Krieg kümmerte sich die Kommunistin und Antifaschistin um Verfolgte des NS-Regimes und war bis zu ihrem Tod (sie starb 2000 in Sendling) als Zeitzeugin tätig.
Zwei Straßenschilder wurden an dem Platz mit dem neuen Namen angebracht; sie sollen mit Tafeln ergänzt werden, die die Namensgebung erläutern. Der Sendlinger Bezirksausschuss hatte sich eingehend mit der Text beschäftigt, der Resi Huber würdigt: Neben dem Satz „Resi Huber half Häftlingen im KZ Dachau” einigte sich der BA darauf, die Namensgeberin als „Kommunistin-Antifaschistin” und „Friedensaktivistin” zu bezeichnen. Damit tut sich nun das städt. Kommunalreferat schwer: Es schlug vor, den Hinweis auf die kommunistische und antifaschistische Biografie Resi Hubers auf dem Zusatzschild wegzulassen (Resi Huber war nach dem Krieg der KPD beigetreten und später DKP-Mitglied).
Doch der Bezirksausschuss besteht auf seinem Vorschlag, zumal das Kommunalreferat nicht erklärt, was es gegen die Formulierung einzuwenden gebe. Ernst Dill erinnerte wie die Grünen daran, dass die Abstimmung im Bezirksausschuss durchaus schwierig gewesen war und man sich die Formulierung hart abgerungen habe. „Unser Vorschlag bezeichnet den historischen Sachverhalt korrekt”, betonte Ernst Dill, „Kommunisten und Antifaschisten haben den Widerstand gelenkt”.