Radfahren hat viele Vorteile: Man erreicht seine Ziele im stockenden Verkehr der Großstadt wesentlich schneller als mit dem Auto, spart sich die Benzinkosten, schont die Umwelt und hält seinen Körper fit. Die meisten Deutschen legen jedoch nur kurze Distanzen bis zu fünf Kilometern mit dem Fahrrad zurück, größere Touren werden eher selten gefahren. Dabei hat nicht nur die Landeshauptstadt schöne Radlstrecken zu bieten, sondern auch das Münchner Umland. Was möglicherweise viele von einer längeren Fahrt abhält, ist die Unkenntnis einer schönen Strecke oder die Ungewissheit, ob das eigene Fahrrad für die Beschaffenheit der Wege geeignet ist. Und nicht zuletzt ist da die Frage, wie viele Steigungen man überwinden muss.
Damit der Wochenendausflug gelingt, starten die Münchner Wochenanzeiger ihre neue Serie „Tourentipps“. Hier präsentieren wir Ihnen nicht nur die schönsten Radlstrecken, die zuvor von erfahrenen Radsportfreunden abgefahren werden, um Einkehrmöglichkeiten und Schwierigkeitsgrad zu testen, sondern Sie erhalten auch exklusive Wandertipps für die ganze Familie in und um München.
Gestartet wird diese Woche mit einer 30 Kilometer langen Radltour an der Würm entlang, die in ca. zwei Stunden gemütlich bewältigt werden kann. Wer sich gerne etwas mehr Zeit lässt: Viele schöne Biergärten laden zum Verweilen ein.
Die Tour der Radsportfans Sonja Ullrich und Max Eichstädter beginnt in der Maxhofstraße am Waldeingang zum Forstenrieder Park. Von dort geht es immer geradeaus auf dem Max-Josef-Geräumt, das zur Schotterstraße wird und zur Verbindungsstraße Olympiastrecke/ Leutstetten führt. Hier biegt man nach Leutstetten ab. Der Name „Geräumt“ ist übrigens eine alte Bezeichnung für vom Gehölz freigehauene, „geräumte“ Schneisen, die als Wege oder Abteilungsgrenzen dienen.
In Leutstetten lädt die Schlossgaststätte Leutstetten, das urige Traditionshaus der Wittelsbacher, zum Brotzeitmachen ein. Bei Sonnenschein kann man das schöne Wetter im schattigen Biergarten bei einem kühlen Radler genießen, während die Kinder den Spielplatz erkunden können.
Von dort aus geht es weiter über die Hauptstraße und anschließend rechts in Richtung Mühltal. Macht man einen Abstecher nach links, gelangt man zur ehemaligen Gaststätte Obermühltal und zur Golfanlage Gut Rieden. Hier lohnt es sich, kurz innezuhalten und das traumhafte Panorama des Starnberger Sees sowie des Alpenvorlandes zu genießen. Die sonnige Kaffee-Terrasse zieht auch viele Nicht-Golfer in ihren Bann.
Fährt man zurück ins Mühltal, kommt man als nächstes am Forsthaus Mühltal vorbei. Ein schöner Rad- und Wanderweg führt an der Würm entlang, der bis zur Brücke am Wanderparkplatz in leichtem Auf und Ab verläuft. Kurz nach der Brücke zweigt rechts ein Forstweg ab, der in leichter Steigung auf den Schafsberg, über das Leutstetter-Geräumt bis zu den Feldern bei Buchendort führt.
Über die Felder gelangt man links auf die Römerstraße und radelt anschließend rechts wieder in den Forstenrieder Park. Geradeaus befindet sich das Preysing-Geräumt. Fährt man nun links, kommt man an der Preysingsäule vorbei. Diese wurde 1735 von Kurfürst Karl Albrecht von Bayern aus Dankbarkeit für die Genesung seines Großkanzlers Max Emmanuel von Preysing an der Stelle errichtet, an der Preysing schwer gestürzt war.
Weiter führt der Weg über den Wanderparkplatz Forst Kasten, an dem man die Gautinger Straße überquert, bis zum Biergarten Forst Kasten. Bis hierher hat man ca. 24 Kilometer Strecke bewältigt und kann sich bei Live-Musik mit Spare Ribs oder anderen Schmankerl belohnen.
Anschließend folgt man dem Klaußner-Geräumt, bis ein Schild nach rechts in Richtung Neuried weist. Auf diesem Abschnitt nimmt man die Unterführung der Gautinger Straße und radelt weiter bis zum Elisen-Geräumt. Biegt man links und anschließend wieder rechts in Richtung Maxhof ab, erreicht man das Link-Geräumt, das das Max-Josef-Geräumt kreuzt. Macht man hier einen letzten Schlenker nach links, so erreicht man wieder den Ausgangspunkt.
Laut Einschätzung der Radsportfreunde ist die Strecke für jeden Stadt- und Hobbyradler geeignet. Dabei können schöne Landschaften erkundet und fantastische Ausblicke genossen werden. Die vielen Biergärten und Gaststätten auf dem Weg bieten genügend Möglichkeiten zur Rast. Um die Steigungen mühelos bewältigen zu können, sollte man möglichst zu einem Trekking- oder Mountainbike greifen. Für diejenigen, die die Tour ohne große Anstrengung abfahren möchten, empfiehlt sich die Benutzung eines E-Bikes.