Veröffentlicht am 06.11.2012 09:38

Alte Bilder – wiederentdeckt

Ein Bild aus längst vergangener Zeit: der Heimeranplatz in den dreißiger Jahren. (Foto: Privat)
Ein Bild aus längst vergangener Zeit: der Heimeranplatz in den dreißiger Jahren. (Foto: Privat)
Ein Bild aus längst vergangener Zeit: der Heimeranplatz in den dreißiger Jahren. (Foto: Privat)
Ein Bild aus längst vergangener Zeit: der Heimeranplatz in den dreißiger Jahren. (Foto: Privat)
Ein Bild aus längst vergangener Zeit: der Heimeranplatz in den dreißiger Jahren. (Foto: Privat)

Es gibt in einer Weltstadt wie München wahrscheinlich tausende Schätze, die nur darauf warten, entdeckt zu werden: jahrzehntelang vergessene Fotografien, die in alten Truhen auf dem Dachboden schlummern, oder auch antiquarische Kinoprogramme, Zeitungen und Zeitschriften, die im Keller zwischen Porzellanresten und altem Kinderspielzeug lagern. Sie sind Zeugen einer heute schon wieder fast vergessenen Zeit. Für den Westend-Anzeiger hat kürzlich Rolf Rieder seine persönliche Schatzkiste geöffnet. Inspiriert durch die im September erschienene Jubiläumsausgabe des Westend-Anzeigers, der in diesem Jahr 85 Jahre alt geworden ist, schickte er der Redaktion alte Bilder zu, darunter Aufnahmen vom Heimeranplatz aus den dreißiger Jahren, von einer Theateraufführung im Rupertusheim im Jahr 1911 oder auch von einer ausgelassenen Schlittenfahrt an der Hangkante der Theresienwiese im Jahre 1954.

Damals im Westend

Der gebürtige Münchner, Jahrgang 1943, zog mit seiner Mutter in eine Wohnung an der Landsberger Straße, als er ein Jahr alt war. Rolf Rieder besuchte als Kind zunächst die Guldeinschule und anschließend die Bergmannschule. Er erinnert sich noch gut an die damalige Zeit, vor allem an das vom Krieg zerstörte Westend und an die Schulspeisung, die noch von den Amerikanern durchgeführt wurde. „Wir hatten sogar Englisch-Unterricht“, erinnert sich Rieder. In seiner Freizeit hat er mit seinen „Spezln“ auf der Kazmairwiese oder irgendwo im Hinterhof Fußball gespielt. In Begleitung seiner Großmutter sah er im Kino in der Kazmairstraße, das es inzwischen schon lange nicht mehr gibt, 1954 den Film „Quo Vadis“. „Das Filmprogramm habe ich heute noch“, erzählt er und lacht. Ab und zu hat Rieder damals auch in der Kohlenhandlung Matthäu in der Landsberger Straße ausgeholfen. „Ich habe da Holz aufgestapelt und dafür oft eine Kleinigkeit bekommen. Manchmal wurde uns sogar Kohle geschenkt, die war damals viel wert“, erzählt er.

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