„Alt werden will jeder, alt sein will niemand” – so lautet ein geflügeltes Wort. Fakt ist, dass man sich im Frühling des Lebens, als Jugendlicher und junger Erwachsener, das Altsein eigentlich gar nicht vorstellen kann. Es ist – gefühlt – noch so eine unendliche Zeitspanne weit weg, dass man kaum einen Gedanken daran verschwendet. Erst in der Mitte des Lebens, wenn die eigenen Eltern zu Senioren und vielleicht krank und pflegebedürftig werden, beginnt sich das Alter als eine konkrete Tatsache zu manifestieren, die man auch selbst auf sich zukommen sieht – und die dann schneller da ist, als vielen lieb ist.
Dass der letzte Lebensabschnitt trotz vielleicht nachlassender Kräfte viel Positives mit sich bringen kann und Lebenslust und Lebensfreude auch im fortgeschrittenen Alter nicht weniger werden müssen, zeigen unsere Porträts von Menschen jenseits der 80. Da findet man ein frisch vermähltes Paar, eine leidenschaftliche Hobbygärtnerin, einen aktiven Kunstmaler, eine ehrenamtliche Köchin und weitere Senioren, die nicht nur auf ein erfülltes Leben zurückblicken können, sondern auch im Jetzt ihr Leben jeden Tag ganz bewusst gestalten. Eine gewisse Gelassenheit ist ihnen eigen, die Hoffnung macht. Und wenn die 82-jährige Marianne Kufer über das Alter sagt: „Jung sein ist nicht leichter”, dann wird deutlich, dass es in jeder Phase des Lebens – ganz gleich wie alt man ist – Schönes und Schreckliches, Leichtes und Schweres, Lachen und Weinen gibt.