ABC-Schützen, deren Eltern vom Existenzminimum, wie zum Beispiel Arbeitslosengeld II leben müssen, haben oft schwierige Bedingungen zum Schulstart. Die Erstausstattung kostet viel Geld. Dabei geht es nicht um teure Geschenke für die Schultüte, sondern um das benötigte Schulmaterial wie Schulranzen, Hefte und Stifte oder Turnsachen. Über die Leistungen für Bildung und Teilhabe stehen den Familien pro Kind zwar 150 Euro für den Schulanfang zur Verfügung. Das reicht jedoch nicht für die Einschulung. Weil der erste Schultag aber für alle Kinder ein entspannter und fröhlicher Beginn in einen neuen Lebensabschnitt werden sollte, gibt es seit 2008 das Projekt „Aktion Schultüte“ , welches in gemeinsamer Zusammenarbeit vom Sozialdienst Germering, dem Diakonischem Werk Fürstenfeldbruck und Johanniter-Unfall-Hilfe betrieben wird. Auch heuer wieder werden Spendengelder für das kommende Schuljahr gesammelt, um Familien in finanziellen Nöten zu helfen.
Im Jahr 2018 konnte 80 Familien mit 85 Einschulungskindern im Landkreis durch die „Aktion Schultüte“ eine schnelle unbürokratische Hilfe zuteil werden. Insgesamt wurden 11.693 Euro ausbezahlt. 61 dieser Familien waren im Arbeitslosengeld II -Bezug, teilweise im Arbeitsleben stehend als sogenannte „Aufstocker“. Über 37 Prozent der Familien waren alleinerziehend mit einem Elternteil, ebenfalls ein wesentlicher Armutsfaktor.
Nach den Sommerferien können sich die betroffenen Eltern von Einschulungskindern an die verschiedenen Kooperationspartner im Landkreis wenden. Anmeldungen für Termine für Germeringer Familien nimmt der Sozialdienst Germering telefonisch unter der Rufnummer (089) 844845 entgegen. Gegen den Nachweis der Bedürftigkeit , zum Beispiel Arbeitslosengeld II- Bescheid, die Materialliste der Grundschule sowie entsprechende Belege über den Kauf von Schulsachen kann den Familien aus dem Spendentopf geholfen werden. Interessierte Spender erhalten im Internet unter www.aktion-schultuete-ffb.de weitere Informationen zum Projekt.