Veröffentlicht am 26.03.2019 11:21

Training für Eltern

Bereits seit 2005 bietet Refugio München muttersprachliches Elterntraining für Eltern mit Flucht- oder Migrationshintergrund an, um diese Familien zu stärken und zu unterstützen. Im Rahmen der kommunalen Familienbildung findet 2019 nun erstmals das Pilotprojekt „Eltern aktiv – Muttersprachliches Elterntraining” des Landkreises München statt. In insgesamt vier Sprachen werden zwischen März und Juli 2019 an verschiedenen Standorten im Landkreis München Kurse angeboten.

Freiwillige Teilnahme

Das Angebot, das auf freiwilliger Teilnahme beruht, richtet sich an Elternpaare oder Alleinerziehende mit Kindern zwischen null und 13 Jahren. Die Familien sind häufig mit Themen wie der Bewältigung von Traumafolgestörungen, Gewalt in der Familie, sprachliche Barrieren, Entwicklungsverzögerungen bei den Kindern, Probleme im Kindergarten- oder Schulalltag, Umgang mit Trennung und Scheidung konfrontiert und belastet.

Entstanden ist die Zusammenarbeit aus den Bestrebungen des Landkreises München, über die kommunale Familienbildung auch Menschen mit Migrationshintergrund gezielte Angebote bereitzustellen. Alexandra Müller, Koordinatorin der kommunalen Familienbildung im Landratsamt München, freut sich über das muttersprachliche Elterntraining: „Gelingende Integration setzt auf Gegenseitigkeit, auf gemeinsame Werte, auf Pflichten, aber vor allem auch auf Teilhabe an Chancen. Refugio setzt diesen Ansatz mit seinen Angeboten konsequent um. Ich bin sicher, dass wir mit dem Angebot des Elterntrainings die Erziehungskompetenzen der Eltern im Netz der Familienbildung weiter stärken und so einen wichtigen Beitrag zur Integration leisten.” Wichtig ist Alexandra Müller auch die Einordnung des Elterntrainings. „Das Elterntraining ersetzt keine Maßnahme der Kinder- und Jugendhilfe, es dient lediglich zur Orientierung beim Thema Erziehung in Deutschland, wo oft vieles ganz anders organisiert und strukturiert ist als im Herkunftsland. Dabei spielt es keine Rolle, wie lange die Familie schon in Deutschland ist”, sagt sie.

Werte nutzen

Auf Grundlage der Erkenntnis, dass häufig sprachliche und kulturelle Barrieren sowie ein unzureichendes Wissen über das Erziehungs- und Bildungssystem zu Überforderung führen, wurde das Elterntraining konzipiert. Dabei soll auch reflektiert werden, wie unterschiedliche gesellschaftliche Wertevorstellungen in Erziehungsfragen Auswirkungen auf das Erziehungsverhalten haben. „Es geht in den Trainings nicht darum, alle mitgebrachten Werte und Kompetenzen ‚über Bord zu werfen‘ – ganz im Gegenteil: Sie sollen erhalten und konstruktiv genutzt und mit neuem Wissen über erziehungsrelevante Themen erweitert werden”, so Alexandra Müller.

Durchgeführt wird das Training von muttersprachlichen Trainern von Refugio München mit pädagogischen oder psychologischer Ausbildung und eigener Migrationsgeschichte. Fachkräfte haben die Möglichkeit Familien anzumelden. Wichtig ist aber, dass die Familien sich auch selbst und vor allem freiwillig bei den jeweiligen Stellen anmelden. Das Training ist für die Familien kostenlos.

Termine in Gräfelfing

In Gräfelfing wird ein Kurs für Dari/Farsi sprechende Eltern angeboten. Beginn ist am Sonntag, 7. April, in der Gemeinschaftsunterkunft (Großhadernerstr. 3). Der Kurs wird insgesamt zwölfmal jeweils sonntags von 15 bis 17 Uhr angeboten. Eine Anmeldung bis Freitag, 29. März, ist möglich beim Landratsamt München Integrationskoordination, Fiona Kennedy, Tel. (089) 6221-2272 oder an fiona.kennedy@lra-m.bayern.de per Mail. Weitere Infos unter www.landkreis-muenchen.de im Internet.

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