Die Geschichte des Malteser Hilfsdienstes liest sich wie ein spannender Roman. Und was viele nicht wissen, sie ist auch mit der Geschichte der Johanniter verknüpft, doch dazu später.
Der katholische Hilfsdienst Malteser besteht bei uns in der Kreisgliederung Weilheim-Starnberg mit Sitz in Weilheim. Etwa siebzig ehrenamtlich tätige Mitglieder gibt es, wie Pressesprecher Thomas Koterba erklärt. Sie leisten Besuchsdienste, helfen alten Menschen beim Einkaufen, veranstalten Seniorenabende und Kaffeenachmittage und laden einmal im Monat zum kostenlosen Mittagstisch. „Ziel ist die alten Menschen zusammenzuführen, damit sie nicht alleine sind“, sagt Koterba.
Darüber hinaus leisten die Malteser Sanitätsdienste bei Veranstaltungen, bilden Pflegekräfte aus und bieten seit etwa zwei Jahren auch die gesetzlich vorgeschriebenen Fortbildungen für Pflegekräfte an. In Starnberg wird zudem ein Kriseninterventionsteam unterhalten. Und nicht zuletzt bieten die Malteser auch Menschen ohne Krankenversicherung Hilfe an. Dafür gibt es bundesweit 17 Anlaufstellen, die nächste befindet sich in der Streitfeldstraße in München.
Etwa 72.000 ehrenamtliche Helfer agieren derzeit bundesweit, etwa 8.000 Personen sind hauptamtlich tätig. Finanziert wird das Ganze ausschließlich durch Spenden. In Weilheim und Starnberg sei man zurzeit gut aufgestellt, so Thomas Koterba, neue Mitglieder jedoch sind immer willkommen. Wer Interesse hat, sich bei den Maltesern ehrenamtlich zu engagieren, kann sich mit Jutta Zuber in Weilheim, Telefon 0881/92584960, oder per E-Mail an jutta.zuber@malteser-weilheim.de in Verbindung setzen.
„Gegründet wurden die Matleser im Jahr 1099 in Jersusalem vom Seligen Gerhard, um Kaufleuten und Pilgern aus Amalfi ‚„Hospiz‘ zu geben, also Unterkunft, Betreuung und im Bedarfsfall auch Pflege“, erklärt Thomas Koterba. Gerhard, ursprünglich ein Benediktiner, nannte die Gemeinschaft „Bruderschaft des Hospitals vom Heiligen Johannes zu Jerusalem“. Im Jahre 1113 wurde der Orden vom Papst bestätigt.
Während der Kreuzzüge gehörte zu den Aufgaben des Ordens der Schutz der Pilger, für den kampferfahrene Leute benötigt wurden. Daher stellte man Ritter ein, wobei der pflegerische Grundauftrag des Ordens stets erhalten blieb. Zwischen dem 13. und 14. Jahrhundert siedelte der Orden nach Rhodos um und wurde unter dem Namen „Rhodesier“ bekannt. Die Belagerung der Insel Rhodos durch die Türken führte dazu, dass die Ritter auf die Insel Malta flohen, die Kaiser Karl V dem Orden als „ewiges Lehen“ überlassen hatte. Die „Malteser“ waren geboren. Im Zuge der Trennung der Kirchen in Katholiken und Protestanten, spalteten sich auch die Malteser. Die nun evangelischen Mitglieder gründeten den „Johanniterorden“, bezugnehmend auf den alten Namen unter Gerhard.
Hatten vormals die Türken für einen Umzug gesorgt, so war es nun Napoleon Bonaparte, der auf seinem Weg nach Ägypten Malta eroberte. Aufgrund ihrer Satzung, die es ihnen verbot, gegen Christen zu kämpfen, leisteten die Malteser keinerlei Widerstand. Wieder also irrte man umher, bis gegen 1800 eine Heimat in Rom gefunden wurde. Der Malteserorden ist Subjekt des Völkerrechts und stellt dort somit neben dem Vatikan quasi einen eigenen Staat dar. Er residiert in der „Villa Malta“ in der Via Condotti. Mit über 120 Ländern pflegt der Malteserorden heute diplomatische Beziehungen, seit 2018 auch mit Deutschland.