Die Munich Cowboys siegen souverän mit 24:0 gegen Essen

Munich Cowboy · Jerome Morris punktet – und schimpft

Jerome Morris war mit der Leistung der Munich Cowboys gegen Essen noch nicht hundertprozentig zufrieden und hielt nicht hinterm Berg.	Foto: Jan Lüdeke

Jerome Morris war mit der Leistung der Munich Cowboys gegen Essen noch nicht hundertprozentig zufrieden und hielt nicht hinterm Berg. Foto: Jan Lüdeke

Munich Cowboy · Einige Zuschauer, die erst zur Halbzeit den Weg ins Dantestadion gefunden hatten, trauten ihren Augen nicht so recht. Auf der Anzeigetafel wurde groß 53:38 ausgewiesen – ein Ergebnis, das selbst für ein komplettes Football-Spiel utopisch wäre.

Saison 2011: News der Munich Cowboys

Die Auflösung kam schnell: Anzeigetafel defekt, die Cowboys führten nach den ersten beiden Vierteln »nur« mit 14:0. Im zweiten Durchgang sollten die Münchner gegen die Essen Assindia Cardinals an ihre konzentrierte Leistung anknüpfen. Am Ende siegten sie zum ersten Mal in der laufenden Saison »zu Null« – 24:0.

Die Reaktionen nach der Partie hätten unterschiedlicher nicht sein können. Während der stets optimistisch-positive Headcoach Phil Hickey sagte, er könne glücklicher mit der Leistung seines Teams nicht sein, hatte Runningback Jerome Morris einige Makel ausgemacht: »Bei uns hat’s heute wieder nicht wirklich gepasst. Wir waren nicht so gut wie erhofft. Normalerweise müssen wir so ein Spiel mindestens 36:0 gewinnen.« Der Nationalspieler, der wie seine Teamkollegen Georg Bechtold, Gary Lautenschlager und Albert Langenbartels als frischgebackener WM-Fünfter in die Partie gegangen war, steuerte am Sonntag zwei Touchdowns zum Erfolg bei. In der ersten Halbzeit tankte er sich in gewohnter Manier per Laufspiel durch die gegnerische Verteidigungslinie, im letzten Spielabschnitt zeigte er dann sogar versteckte Fähigkeiten als Receiver, als er einen Fünf-Yard-Pass von Quarterback Lautenschlager in der Endzone fing.

Angesprochen auf die Strapazen der Weltmeisterschaft in Österreich, wegen der die German Football League (GFL) eine einmonatige Pause eingelegt hatte, betonte Morris, er fühle sich topfit. Auch nach dem Spiel gegen Essen mache der Körper keine Probleme. Es war insgesamt ein Fragezeichen gewesen, wie sich die Cowboys nach der langen Pause präsentieren würden. Schließlich hatte auch Headcoach Phil Hickey an der WM teilgenommen, er betreut die Quarterbacks des Nationalteams. Hickey erzählte, die Trainingswoche zwischen WM und dem Essen-Spiel sei keine gute gewesen, auch beim Aufwärmen vor der Partie habe er kein gutes Gefühl gehabt. Doch mal wieder überraschte ihn sein Team, auf dem Feld agierte es wie verwandelt.

Das lag auch daran, dass Tarik Ibrahim, der zu Saisonbeginn gefehlt hatte, eine starke Leistung ablieferte. Der Receiver erzielte im ersten Viertel nach Pass von Lautenschlager den ersten Touchdown der Partie. »Wenn Tarik auf dem Feld steht, merkt man einen Unterschied. Er macht Sachen, die andere nicht machen«, lobte Hickey, »er hat die Fähigkeit, seine Leistung auch am Spieltag umzusetzen.« Ein Seitenhieb gegen die zu Saisonbeginn so hochgelobten Receiver, die bislang jedoch den Beweis ihrer Stärke schuldig geblieben sind – eine Tatsache, die auch Jerome Morris am Sonntag wieder mal verärgerte: »Einige scheinen den Kopf nicht frei zu haben. Wenn sie es nicht schaffen, auf dem Feld nicht an ihre Frau oder sonstwas zu denken, wird das nicht besser.«

Mut auf Besserung machte neben der Leistung Ibrahims auch der erste Auftritt von Ronald Sears im Cowboys-Trikot. Der US-Amerikaner wurde während der WM-Pause verpflichtet, spielte gegen Essen zunächst nur in der Defensive. In den kommenden Wochen soll Sears, der in der vergangenen Saison für Lübeck in der zweiten Bundesliga spielte, als Receiver auch in die Offensive integriert werden. Seine Stärken hat der Neuzugang auch beim Return. Die Leistung am Sonntag bezeichnete Hickey als »nur einen kleinen Vorgeschmack«. Schon am kommenden Sonntag (15 Uhr) beim Auswärtsspiel bei den Plattling Black Hawks soll der 26-Jährige zeigen, dass er »ein richtiger Playmaker« ist. Jan Lüdeke

Artikel vom 27.07.2011
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