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Alle Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung mit Einrichtungsleiterin Lea Därr (links), der Koordinatorin Künstler für Senioren, Rita Enzinger (rechts), und Christine Gunz-Kahlau, Leiterin soziale Betreuung (4.v.r.). (Foto: BRK/Windorfer)

Gemaltes Glück

„Das kleine Glück” lautet der Titel einer Ausstellung, die kürzlich im BRK Schloss Garatshausen, Pflegen und Wohnen am See (Franz-Eisele-Allee 1), eröffnet wurde.
22.04.2026 13:03 Uhr
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Kunstausstellung „Vier Jahreszeiten”Zusammenprall
Hans und Hansi am Ufer des Starnberger Sees. (Foto: privat)

Der Clooney-Effekt

Die Autorin Doris Fuchsberger hatte von klein auf ein Faible für Hans Albers. Schon in der Kindheit sei ihr dessen Schlager „La Paloma“ im Ohr geblieben, weil es wieder und wieder beim Hörerwunschkonzert in Bayern 2 gespielt wurde. Das Lied stammt aus dem Film „Große Freiheit Nr. 7“. Davon hat sich Fuchsberger auch zu ihrem Buchtitel inspirieren lassen, freilich ergänzt mit einem vieldeutigen Fragezeichen: „Große Freiheit am Starnberger See? Die Hans-Albers-Villa in historischer Parklandschaft“. Seit Langem habe sie die Frage nicht losgelassen, warum einer der größten Filmstars der NS-Zeit „so gradlinig“ gewesen sei, erzählt sie bei der Buchvorstellung, die zusammen mit der Infosprechstunde der Petentinnen Lucie Vorlickova und Stefanie Knittl vor dem Eingang zur Albers-Villa stattfand. Nun hat die Münchnerin das Geheimnis gelüftet, warum es den Hanseaten überhaupt nach Bayern verschlagen hat. Albers, der bekanntlich mit der jüdischen Schauspielerin Hansi Burg liiert war, war zu den Nationalsozialisten stets auf Distanz gegangen. Bezeichnenderweise gibt es in all den Jahren kein Foto, wo Albers zusammen mit NS-Größen posiert. Dass er sich in Bayern niederließ, hat einerseits viel damit zu tun, dass er dort weitab vom Schuss war, weil ihn Goebbels zunehmend auf dem Kieker hatte, andererseits mit der Filmindustrie in Geiselgasteig, von der er sich mehr Freiheiten erhoffte. Fuchsberger arbeitet anschaulich heraus, dass die Berliner Ufa unter Leitung von Alfred Hugenberg schon seit Ende der 1920er-Jahre mit den Nationalsozialisten sympathisierte, während es sich die Filmgesellschaft Bavaria erlauben konnte, noch weitaus länger einen eigenständigeren Kurs zu fahren. Die Bavaria war vor 1938 nicht gleichgeschaltet.
23.03.2022 00:00 Uhr
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