München Am Sonntag, 19. Juli, werden sich um 6 Uhr morgens wieder Tausende von Münchnern und auswärtigen Gästen beim traditionsreichen Kocherlball am Chinesischen Turm einfinden, der zum 21. Mal seit seiner Wiedereinführung anlässlich der 200-Jahr-Feier des Englischen Gartens stattfindet.
Der Kocherlball ist eine alte Münchner Tradition. Im letzten Jahrhundert kamen im Sommer an jedem Sonntag Morgen in aller Früh bei schönem Wetter junge Dienstleute, Köchinnen, Laufburschen, Kindermädchen und Hausdiener zum Tanzvergnügen am Chinesischen Turm zusammen. Denn danach musste wieder gearbeitet werden. 1904 wurde diese Münchner Institution aus Mangel an Sittlichkeit verboten. Ob die Sittlichkeit inzwischen wieder hergestellt ist, darf bezweifelt werden, der Kocherlball aber ist es: Seit 1989 wurde auf Initiative des städtischen Kulturreferats der schöne Brauch wieder eingeführt. Inzwischen ist der Kocherlball so beliebt, dass in den letzten Jahren durchschnittlich an die 12.000 Volkstanzfreunde zu dieser frühen Morgenstunde zum Chinesischen Turm strömen.
Zum Tanz spielen Die Tanzgeiger aus Wien auf, die letztmals 2004 die Besucher des Kocherlballs zu großer Begeisterung brachten und auch heuer wieder Wiener Brillanz beim historischen Kocherlball erklingen lassen. Getanzt werden bayerische Volkstänze, und wer´s nicht kann, der lernt es schnell. Unter Anleitung der jungen Tanzmeisterin Katharina Mayer, unterstützt von Magnus Kaindl, werden Landler, Zwiefache, Polka oder Boarische, sowie die Münchner Francaise getanzt, die sich über die Jahre als Renner entwickelt hat.
Alle Gäste werden gebeten, sich an die Biergartenregel zu halten: Essen darf mitgebracht werden, alle Getränke aber sind beim Wirt zu erstehen.
Sollte das Wetter sich als regnerisch abzeichnen, wird der Kocherlball auf den 26. Juli verschoben. Informationen dazu unter Telefon 38 38 73 27 oder www.chinaturm.de