Veröffentlicht am 26.04.2007 00:00

München - Münchnerisch anders

„Alles wird anders“: Minute stellt seinen Erstling im Café King vor.	  (Foto: VA)
„Alles wird anders“: Minute stellt seinen Erstling im Café King vor. (Foto: VA)
„Alles wird anders“: Minute stellt seinen Erstling im Café King vor. (Foto: VA)
„Alles wird anders“: Minute stellt seinen Erstling im Café King vor. (Foto: VA)
„Alles wird anders“: Minute stellt seinen Erstling im Café King vor. (Foto: VA)

Für uns Münchner ist es eh klar – doch auch bundesweit sind sich die Musik-Kritiker einig: Die Texte des Münchner Rappers Minute sind deutlich anspruchsvoller als die seiner Berliner Kollegen. Ob sich jedoch der Titel seines Debütalbums „Alles wird anders“ erfüllen wird, sei dahingestellt; zumindest aber zeigt Minute mit dem Werk, dass Rap auch anders geht als mit Kraftausdrücken und Kampfparolen: Der Münchner mag’s gerne poetisch.

Ein Unbekannter ist Minute übrigens nicht in der Stadt: gerade im vergangenen Jahr hatte er als einer der Frontmänner von „Vierzueins“ und dem gemeinsamen Debüt „Abenteuer hoch drei“ den Münchner Hip-Hop-Markt bereichert. In der Vergangenheit waren sämtliche Bandmitglieder als DJs diverser Rap-Crews zu sehen gewesen – mit der Gründung einer eigenen Band konnten sie endlich selbst in den Vordergrund treten. Noch mehr Aufmerksamkeit als je zuvor erheischt Minute jetzt vermutlich als Solist: Alles wird anders – sein Motto.

Um sicherzustellen, dass wirklich alles neu wird, hat er bei seinem Werk, das übrigens am gestrigen Freitag bei „58 beats“ erschienen ist, alles selbst gemacht: Minute hat das Booklet entworfen, die Beats und Instrumente eingespielt, die meisten Vocals geschrieben. Und während andere Hip-Hop-Musikanten oftmals eher mit großer Klappe auf ihren CD-Covers abgebildet sind, hat Minute auf dem Titelfoto seinen Mund zugeklebt.

Außerdem hat er versucht, ohne musikalische, inhaltliche oder sprachliche Hip-Hop-Klischees auszukommen: und so sind manche der Lieder recht untypisch arrangiert, der 8-Minuten-Song „Ich lieb den Scheiߓ beispielsweise, der von diversen Instrumentals unterbrochen wird. Überhaupt ist der Grundton des Longplayers durch derartige musikalische, atmosphärische Passagen eher ruhig – Appelle ans Partyvolk sind nicht zu finden. Daher sei Minute auch eher den musik- und textversessenen Hip-Hop-Hörern ans Herz gelegt als den Gangsta-Rap-Liebhabern.

Am Samstag, den 28. April, stellt er „Alles wird anders“ persönlich bei der Plattentaufe im Café King in der Müllerstraße 3 vor – ab 23 Uhr.

Von Nadine Nöhmaier

north