München ist multikulturell, wir leben bekanntermaßen in einem Schmelztiegel aus Bayern, Schwaben, Sachsen - und gut 290.000 Menschen haben in unserer 1,3-Millionen-Metropole einen ausländischen Pass, jeder Vierte also bereichert die Stadt mit andersartigen Traditionen. Und noch mehr: wie schon zur Fußball-WM ist München auch dieser Tage, zur Wiesn, Reiseziel für Tausende von Touristen aus der ganzen Welt.
Ein guter Zeitpunkt also, um sich als weltoffene Stadt auch jenseits des Oktoberfestrausches zu präsentieren und so heißt es am heutigen Samstag bereits zum zehnten Mal Bauchtanz statt Bierzelt, bei Ander Art, dem Fest der Kulturen, einem bunten Treiben auf dem Odeonsplatz, von 12 Uhr mittags bis spätabends. Organisator des Festes ist das Kulturreferat der Stadt München.
Contrabando eröffnen Ander Art mit einer Salsaparty, im Laufe des Tages stehen ferner Gospelmusik des One World Projekts, Tänze aus Polen, Mexiko, Folklore aus Russland und ein Hopfensamba auf dem Programm. Der Schwerpunkt allerdings liegt heuer auf karibischer Musik.
Auf dem Ander Art gibt es ferner diverse Infostände vom Chinesischen Kulturzentrum bis zur Gesellschaft zur Förderung ukrainischer Kultur, die zeigen, wie ausländische Münchner das Miteinander in der Stadt erleben. Eine kleine Zeltstadt belegt ferner, was aus dem Mix verschiedener Einflüsse entstehen kann: die Recycling-Kunst des Brasilianers Valmon Rodrigues etwa.
Durch den Tag führt ein Migrant der besonderen Sorte: Severin Groebner ist ein charmanter Bilderbuch-Wiener auch wenn er sich meist in München herumtreibt. Der Kabarettist war hier bereits diverse Male mit Soloprogrammen zu sehen, und auch im Germanical Siegfried im Lustspielhaus. Von Nadine Nöhmaier