Bands wie die New York Dolls, die Ramones oder die Sex Pistols schenkten dem Punk damals das Leben.
Diese Gruppen liebten die Provokation: An sich linkspolitisch hatten sie manchmal nicht einmal ein Problem damit, sich Hakenkreuze auf ihre Lederjacken zu malen. Für Punker war das normal, in der Öffentlichkeit kam das naturgemäß nicht so gut an. Die Texte ihrer Lieder handelten von Sex, Drogen und Politik, und wurden ein ums andere Mal indiziert.
In den letzten Jahren dann wurde es still um die Punk-Musik. Deutsche Bands wie Die Ärzte oder die Toten Hosen verstehen sich längst als Spaß-Bands. Punk ist für sie, wenn überhaupt, nur noch Fassade. Doch tot war die Punk-Musik nicht: Zumeist in Vorstadt-Kellern oder Garagen trafen und treffen sich immer noch Menschen, die es lieben, laute, harte und zugleich einfache Musik zu spielen, und dazu all ihren Vorstadtfrust rauszubrüllen.
Der Punk mit seinen kurzen Liedern hatte sich in die Jugendzentren geschlichen. Nur sehr selten schaffen es die zumeist jungen Bands, die längst mit durchgestrichenen Hakenkreuzen auf ihren (Kunst-) Lederjacken aufwarten können, auf größere Bühnen.
Doch das könnte sich schon in naher Zukunft ändern. Zumindest in München gab es schon lange nicht mehr so viele Punk-Konzerte, auch in größeren Hallen, auch mit größerem Publikum. Bestes Beispiel ist da das Oster-Punk-Festival im Feierwerk. Zum wichtigsten christlichen Fest sollten sich Punk-Freunde in der Halle an der Hansastraße einfinden.
Am Sonntag und Montag heizen jeweils ab 19 Uhr insgesamt zehn Bands ein, fast alle aus München und Umgebung. Nach den Konzerten gibt es eine After-Show-Party mit DJ Soylent Gelb. Und das ist fast erstaunlich, zeigt es doch, dass nun auch der Punk seine Abneigung gegen Vinyl verloren hat.
Das Oster-Punk-Festival, 11.4. und 12.4., ab 19 Uhr, Feierwerk, Hansastraße 39, AK 6 Euro.
Von Luca Cherubino