Zunehmende Tendenzen der Gentrifizierung und des Wandels sind auch in Untergiesing längst keine Fremdwörter mehr. Jetzt will die aus engagierten Vor-Ort-Bürgern zusammengesetzte »Aktionsgruppe Untergiesing« mit einer neuerlichen, breitangelegten Aktion auf die gravierenden Probleme vor Ort aufmerksam machen: Mit einem Protestmarsch und einem anschließenden Straßenfest am Hans-Mielich-Platz am 22. Juni will man noch mehr Anwohner und Freunde Untergiesings sensibilisieren für den Wandel im eigenen Quartier.
»Ziel ist es, auf die steigenden Mieten und die dadurch einsetzenden Verdrängungsfolgen für die Bewohner Untergiesings aufmerksam zu machen, die den gesamten Stadtteil beeinflussen«, so die Aktionsgruppe Untergiesing. Sie hat sich längst auch in den politischen Gremien der Stadt und des Stadtteils bekannt gemacht und trifft gerade in Untergiesing nicht nur den Zeitgeistnerv, sondern auch auf das Interesse einer zunehmend um ihren Wohnraum fürchtenden Bevölkerung. Luxussanierungen oder Wandlungen städtischer Traditionsgefilde wie etwa der Birkenau sehen die Initiativstreiter längst als deutliche Zeichen des Strukturwandels. Die Veranstaltung im Juni fußt auch auf einem Vorgänger-Event von vor zwei Jahren. Auch der örtliche Bezirksausschuss Untergiesing-Harlaching zeigt sich für die Thematik sensibilisiert und unterstützt die Aktion heuer mit eigenen Budgetgeldmitteln in Höhe von 1.640 Euro.
H. Hettich