Damit hatten die Organisatorinnen des Workshops zum Thema Einsamkeit nicht gerechnet: Zwei Schulklassen der Mittelschule Altenerding hatten bereits gute Strategien, um nicht zu sehr vom Handy abhängig zu sein. Eigentlich sollte es darum gehen, ob ein zu hoher Konsum von Sozialen Medien Einsamkeit befördern kann und wie die Jugendlichen dagegen vorgehen können.
Um diesem Thema nachgehen zu können, trafen sich Karoline Eberhart und Carina Dollberger vom Katholischen Bildungswerk bereits morgens mit der Schulsozialarbeiterin der Mittelschule Altenerding, Kerstin Gräwert, und den Digital Streetworkern Stefanie Hufschmid und Emanuel Fendl im Jugendtreff Altenerding, um den Workshop vorzubereiten.
Dann trafen auch schon die 26 Schülerinnen und Schüler der siebten Klasse ein und nahmen auf den Polstern am Boden Platz. Eberhart und Dollberger, die im Rahmen des Projektes „zusammen – Perspektiven für mehr wir“ Bildungsveranstaltungen zum Thema Einsamkeit für verschiedene Zielgruppen planen, organisieren und durchführen, machten den Anfang mit einer kurzen Vorstellung des Projektes.
Danach übernahmen Fendl und Hufschmid, die den Workshop souverän mit viel Humor und immer auf Augenhöhe mit den Jugendlichen leiteten. Die Sozialpädagogin und der Sozialpädagoge stellten ihre Arbeit, die Digital Streetwork Bayern, vor: Sie sind Ansprechpartner für Menschen zwischen 14 und 27 Jahren aus Bayern bei Problemen aller Art.
Die Besonderheit? Fendl und Hufschmid sind im Internet unterwegs und nehmen dort aktiv Kontakt zu Personen auf, die auf diversen Social-Media-Kanälen ein Hilfebedürfnis äußern. Um diese zu erreichen, gibt es einige kreative Methoden: Ein Gaming-Event, bei dem die Jugendlichen mit den Sozialarbeiter*innen online Spiele spielen, ist nur eine davon. Das Angebot ist anonym und kostenfrei. Danach gingen Hufschmid und Fendl auf die Gefahren der Sozialen Medien in Bezug auf Einsamkeit ein.
Jetzt waren die Schülerinnen und Schüler gefragt. Sie sollten zu verschiedenen Fragen zum Thema Stellung beziehen. Die Fragen, die diskutiert wurden, waren: „Ohne mein Handy fühle ich mich unwohl.“, „Die Beiträge anderer lassen mein Leben manchmal etwas grauer wirken.“ oder „Ich verbringe manchmal mehr Zeit auf Social Media, als ich eigentlich wollte.“ Während sich die meisten anwesenden Erwachsenen einig darüber waren, dass diese Aussagen durchaus zutreffend sind, hatten die Jugendlichen mehrere Strategien für einen bewussteren Umgang mit ihrem Smartphone. Viele von ihnen haben geregelte Handyzeiten und pflegen häufigen persönlichen Kontakt zu ihren Freundinnen und Freunden. Diese Antworten löste bei den Mitwirkenden einige überraschte Reaktionen aus. Am Nachmittag wurde der Workshop dann nochmal für eine andere siebte Klasse durchgeführt. Die Erfahrungen waren ähnlich zur ersten Gruppe.