Die Esperanto-Messe von Fridolin Limbacher erklingt am Sonntag, 22. November, im Rahmen des Hochamtes in St. Maria Thalkirchen (Frauenbergplatz 1). Beginn ist um 10 Uhr. Die musikalische Gestaltung übernimmt der Chor der Musica Sacra Thalkirchen, an
der Orgel begleitet Constantin Baedeker. Die Leitung hat Chordirektor Thomas M.
Bolz. Das Werk gelangte 1985 beim 70. Universala Kongreso de Esperanto, der damals in Augsburg stattgefunden hatte, zur Uraufführung.
Esperanto wurde 1887 von dem Augenarzt Ludwik Lejzer Zamenhof in Warschau veröffentlicht. Er hatte die Plansprache mit dem Ziel geschaffen, eine neutrale, leicht erlernbare Verständigungssprache zu etablieren, die kulturelle und politische Konflikte überwinden helfen sollte. Der Name „Esperanto“ (Hoffender) leitet sich von Zamenhofs Pseudonym ab. Seit dem ersten Weltkongress 1905 in Boulogne-sur-Mer hat sich eine lebendige internationale Gemeinschaft entwickelt, die bis heute jährlich den Universala Kongreso veranstaltet. Besonders im kirchlichen Bereich fand Esperanto früh Anklang: Bereits vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil gab es Esperanto-Gottesdienste, und 1990 wurden die liturgischen Texte für die Messe in Esperanto offiziell von der vatikanischen Gottesdienstkongregation anerkannt. Limbachers Messe entstand genau in diesem Umfeld internationaler Esperanto-Kongresse, bei denen Gottesdienste in der Plansprache seit langem zum festen Programm gehören. Die Aufführung holt die Uraufführung von 1985 wieder nach München und macht die klangliche Seite dieser Verständigungsidee hörbar.
Fridolin Limbacher (1914–1990) war neben seiner Tätigkeit als Redakteur beim Bayerischen Rundfunk 32 Jahre lang – von 1948 bis 1980 – als Chordirektor in St. Maria Thalkirchen tätig. In dieser langen Zeit prägte er das kirchenmusikalische Leben der Pfarrei nachhaltig. Neben der Esperanto-Messe schuf er weitere kirchenmusikalische Werke, darunter die Turmbläser-Messe, die Isartaler Messe und ein Deutsches Requiem. Mit der Esperanto-Messe verband er seine jahrzehntelange lokale kirchenmusikalische Praxis mit dem internationalen Esperanto-Netzwerk.