Vor 17 Jahren hat der Münchner Stadtrat beschlossen, die Großmarkthalle in Sendling zu erhalten und einen Neubau zu errichten. Seit 2009 warten die vielen Händler und Nutzer der Großmarkthalle jetzt auf die Umsetzung. In dieser Zeit gab es diverse Planungsvarianten, die am Ende immer wieder beerdigt wurden. Die letzte und schon sehr ausgereifte Planung eines Investors ist nun 2025 gescheitert. „Ein sehr trauriges Kapitel für die Stadt München und ein Planungsdesaster der rot-grünen Regierung auf Kosten der Großmarkthalle und deren Nutzer,“ so BA-Mitglied und Stadtratskandidatin Dr. Manuela Olhausen.
Die Freien Wähler München fordern jetzt eine realistische und schnell umsetzbare Lösung für einen Neubau. „Nach der Stadtratswahl steht das Thema ‚Zukunft der Großmarkthalle‘ ganz oben auf unserer Tagesordnung“, erklärt Andreas Staufenbiel, Spitzenkandidat der FW. Die Freien Wähler setzen sich für den Erhalt einer Großmarkthalle in München, idealerweise am Standort Sendling, ein. Seit 1912 ist Sendling der Standort der Münchner Großmarkthalle, „sie hat unser Stadtviertel sehr geprägt. Für mich ist sie ein wichtiger Teil von Sendling,“ so Dr. Olhausen.
Der nächste Schritt muss daher sein: Ein runder Tisch mit allen Beteiligten, zu denen neben dem Fruchthandelsverband auch die Gärtner, die Blumengroßmarkthalle oder die Tafel auf dem Gelände gehören. Die Großmarkthalle ist nicht nur der Bauch von München, sondern auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor – allein etwa 350 Händler sind ansässig. „Dort sind viele Mittelständler und kleinere Unternehmen angesiedelt. Sie sind ein wichtiges Rückgrat der Münchner Wirtschaft,“ so Staufenbiel. Sie sind die zukünftigen Nutzer und „ihre Bedürfnisse sind sehr wichtig für eine gelingende Neubauplanung.“
Das Großmarkthallenareal ist ein etwa 26 Hektar großes Areal zwischen Isar und dem historisch gewachsenen Sendling mit viel Altbaubestand. „Es ist ein zentral gelegenes
Filetareal, in dieser Form wohl einmalig in unserer Stadt“, erklärt OB-Kandidat Prof. Dr. Michael Piazolo. „Statt Standardbauweise wie bei so vielen Münchner Neubaugebieten möchten wir hier ein Areal mit Modellcharakter.“ Dafür sei eine frühzeitige Festlegung auf die Nutzung kontraproduktiv. Stattdessen fordern die FW nun einen städtebaulichen Ideenwettbewerb und vor allem eine intensive und frühzeitige Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger.