Nach einem durchwachsenen Start gelingen den Münchner Eishockeycracks drei Siege in vier Spielen

München · Jetzt hat die Saison auch für den EHC begonnen

Ruppig ging es im Derby zwischen dem EHC und den Landshut Cannibals zu – auf dem Eis und verbal auch auf den Rängen.  Foto: Rudolf Straubmeier

Ruppig ging es im Derby zwischen dem EHC und den Landshut Cannibals zu – auf dem Eis und verbal auch auf den Rängen. Foto: Rudolf Straubmeier

»Die letzten drei Spiele waren richtig gut von uns«, schwärmte Pat Cortina nach dem 3:0-Derbytriumph über Landshut am vergangenen Freitag. Und beinahe wäre dem EHC sogar der vierte Sieg in Folge gelungen. Doch bei der 3:4-Niederlage in Bremerhaven zwei Tage später schlugen sich die Münchner selbst. Mal wieder.

Von Jan Lüdeke

Beim Stande von 2:2 kurz vor Ende des zweiten Spielabschnitts kassierte Austin Wycisk eine Spieldauer-Disziplinarstrafe, seine Stürmerkollegen David Wrigley und Mike Kompon folgten auf die Strafbank. In Unterzahl mussten die Münchner zwei Gegentreffer hinnehmen und schafften es am Ende nicht mehr, das Spiel zu drehen. Doch trotz der Niederlage kann der EHC viel Positives aus dem Wochenende mitnehmen. Es gibt viele Gewinner.

Die Fans: Gerade die Brisanz eines Derbys verleitet die Münchner Anhängerschaft oft zu Sprechchören gegen die Schiedsrichter und Beleidigungen gegen die gegnerischen Fans. Doch beim Derby gegen Landshut fielen in dieser Hinsicht nur die niederbayrischen Anhänger negativ auf. Ein Großteil der 2.214 Zuschauer peitschte den EHC ständig nach vorne. Vielfach gefeiert wurde…

Jochen Reimer: Der junge Keeper, der mit einer Förderlizenz von den Metro Stars aus Düsseldorf für den EHC spielt, ließ alle Kritiker verstummen. Als hätte es noch eines Beweises bedurft, beendete Reimer mit seinem Shutout jegliche Torwartdiskussionen, die in den vergangenen Wochen besonders in den Medien immer wieder aufgekommen waren. »Er war heute ein ganz, ganz wichtiger Sieg-Faktor«, lobte Pat Cortina nach dem Spiel.

Markus Jocher: In seinem ersten Spiel nach seiner Sperre ließ sich Jocher nicht provozieren. Die Landshuter Spieler nahmen den EHC-Verteidiger im ersten Drittel mehrfach hart ran. Jocher steckte ein – und verzichtete aufs Austeilen. Vielmehr konzentrierte er sich auf seine Aufgaben in der Defensive und trug einen großen Teil dazu bei, dass der EHC ohne Gegentor blieb.

Dave Reid: Pat Cortina ist kein Trainer, der einzelne Akteure heraushebt. Bei Reid machte der Italo-Kanadier jedoch eine Ausnahme. »Er war die ganze letzte Woche stark«, betonte Cortina, gegen Landshut sei er herausragend gewesen. Der Verteidiger scheint nun voll beim EHC angekommen zu sein. Wie auch…

Martin Buchwieser: Beim 5:1-Derbysieg gegen seinen Ex-Verein Riessersee hatte der 19-jährige Neuzugang seinen ersten Saisontreffer erzielt, gegen Landshut gelang dem Garmischer nun seine bislang beste Leistung. »Am Anfang ist mir die Umstellung auf München schwergefallen«, gibt Buchwieser zu. Mittlerweile, so erzählt er, hat sich der U20-Nationalspieler in der Isarmetropole eingelebt. Dass er mehrfach in aussichtsreicher Position vergab, wirft Buchwieser nicht aus der Bahn. »Heute hätte ich ein Tor machen müssen, aber ich hoffe, dass mir bald wieder eins gelingt.«

Insgesamt scheint sich der EHC immer mehr zu stabilisieren. Die Abläufe innerhalb der Mannschaft funktionieren immer besser. In den nächsten beiden Spielen gegen Dresden (Freitag, 20 Uhr) und bei den Lausitzer Füchsen erwartet Pat Cortina jedoch eine weitere Steigerung. »Wir waren dieses Wochenende gut. Aber nie über 60 Minuten.« Nicht umsonst prophezeit der Coach: »Das wird eine interessante Saison.« Und hoffentlich auch eine erfolgreiche.

Artikel vom 14.10.2008
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