Besuchsverbot: Statt Panik mehr Besonnenheit

Covid-19: München Klinik übernimmt Verantwortung für Gesundheitsversorgung

Dr. med. Axel Fischer, Vorsitzender der Geschäftsführung der München Klinik. Bild rechts: Prof. Dr. med. Clemens Wendtner, Chefarzt der Klinik für Infektiologie an der München Klinik Schwabing. Fotos: München Klinik

Dr. med. Axel Fischer, Vorsitzender der Geschäftsführung der München Klinik. Bild rechts: Prof. Dr. med. Clemens Wendtner, Chefarzt der Klinik für Infektiologie an der München Klinik Schwabing. Fotos: München Klinik

München · Dr. Axel Fischer, Vorsitzender der Geschäftsführung der München Klinik: „Als größter Gesundheitsversorger der Stadt versorgen wir München von der lebensrettenden Notfalloperation bis zur komplexen Krebstherapie – und übernehmen in der aktuellen Lage den überwiegenden Teil der stationären Verantwortung für Coronapatienten.

> Richtiges Verhalten im Coronavirus-Verdachtsfall

Unsere Mitarbeitenden setzen sich einmal mehr weit über das Selbstverständliche hinaus für die Patientenversorgung ein.

Für uns gilt: Verantwortung für die Patientenversorgung und Schutz der Mitarbeitenden hat Vorrang vor Wirtschaftlichkeit. So stellen wir die Notfallversorgung und die Versorgung von infektiösen Patienten sicher.“

Das ärztliche und pflegerische Personal der München Klinik benötigt Schutzkleidung zur Behandlung von Patienten mit Infektionskrankheiten oder bei Verdacht auf Infektionskrankheiten (neben Covid-19 u.a. Influenza und Masern) und hat sich früh auf eine erhöhte Belastung der Notfallzentren durch Coronavirus-Verdachtsfälle und die parallel verlaufende Grippesaison vorbereitet.

Zu den eingeleiteten Vorbereitungsmaßnahmen gehört u.a. eine Aufstockung der hauseigenen Lagerbestände sowie eine Sensibilisierung der Mitarbeitenden zum sparsamen Umgang mit den vorhandenen Ressourcen.

Der München Klinik stehen aufgrund der Vorbereitungsmaßnahmen ausreichend Schutzkleidung und Desinfektionsmittel zur Versorgung des aktuellen Patientenaufkommens zur Verfügung. Im Bereich der Desinfektionsmittel kann auf eine Eigenproduktion für den Bedarf innerhalb der Klinik durch die hauseigene Klinikapotheke umgestellt werden.

Aktuell sind Lieferengpässe zu beobachten, die die Bestellung von einer hohen Menge zusätzlicher Atemschutzmasken erschweren. Aktuell verfügt die München Klinik über ausreichend Kapazitäten und steht mit den zuständigen Behörden in Kontakt, um eine ausreichende Verfügbarkeit von Schutzkleidung auch bei steigendem Patientenaufkommen zu gewährleisten.

Darüber hinaus ruft die München Klinik die Bevölkerung dazu auf, besonnen zu agieren, damit Atemschutzmasken den Menschen zur Verfügung stehen, die sie zur Patientenversorgung oder aus medizinischer Sicht zum eigenen Schutz bzw. zum Schutz des persönlichen Umfelds tatsächlich benötigen.

Richtiges Verhalten im Coronavirus-Verdachtsfall

Prof. Clemens Wendtner, Chefarzt der Klinik für Infektiologie in der München Klinik Schwabing: „Bei der deutlichen Mehrheit der Menschen nimmt das Coronavirus glücklicherweise einen leichten Verlauf mit keinen oder nur sehr geringen grippeähnlichen Symptomen.

Gerade dann ist es wichtig, dass Betroffene dennoch die häusliche Isolation einhalten und öffentliche Kontakte meiden, um ihre Mitmenschen zu schützen. Wer leichte, grippeähnliche Symptome verspürt und in einem Risikogebiet war oder Kontakt zu einem bestätigt Erkrankten hatte, sollte früh reagieren und zuhause bleiben – und die Symptome nicht mit Erkältungsmedikamenten unterdrücken und zur Arbeit gehen. Nur wenn hier alle aufmerksam sind, können wir insbesondere unsere älteren Mitmenschen und Menschen mit Vorerkrankungen vor möglicherweise schwereren Krankheitsverläufen schützen.“

Die München Klinik ruft die Münchner Bevölkerung in der aktuellen Situation zur Besonnenheit auf.

Die Notfallzentren versorgen schwerstverletzte und lebensbedrohlich erkrankte Patientinnen und Patienten, die nach einem Unfall oder mit einem akuten Herzinfarkt oder Schlaganfall dringend Hilfe und die vollumfängliche medizinische Notfallversorgung benötigen.

Eine gesicherte Notfallversorgung braucht in Zeiten von Corona und Influenza besondere Umsicht: Erkältungssymptome gehören nicht in die Notfallzentren.

Gerade in diesen sensiblen klinischen Bereichen mit schwerkranken Menschen ist es wichtig, die Patienten und das Personal zu schützen. Sollte dennoch bei einem Patienten in unseren Notfallzentren ein Verdacht auf das Coronavirus naheliegen, sind die Mitarbeitenden in den einzuleitenden medizinischen und hygienischen Maßnahmen geschult.

  • Menschen mit Corona-Verdacht sollten zu Hause bleiben, Kontakte meiden und den ärztlichen Bereitschaftsdienst telefonisch unter der Nummer 116 117 kontaktieren.
  • Bei positiver Testung auf Covid-19 wird dann das weitere Vorgehen besprochen.
  • Wer Kontakt zu einem bestätigt an Covid-19 Erkrankten hatte, soll umgehend das zuständige Gesundheitsamt kontaktieren – in München unter 089/ 233 47819 oder rgu.infektionsschutz@muenchen.de
  • Das Gesundheitsamt unterstützt dann bei der Abklärung, ob eine Infektion vorliegt.

Besuchsverbot ab sofort

"In unserem Klinikum werden Menschen mit einem geschwächten Gesundheitszustand behandelt. Deshalb haben wir entschieden, in der aktuellen Influenza- und Coronavirus-Situation in München alle Krankenbesuche an unseren fünf Standorten ab sofort zu untersagen.

Ausnahmen gelten in Absprache mit Medizin und Pflege und betreffen z.B. minderjährige Patienten, Geburten oder gesundheitliche Ausnahmesituationen", so die München Klinik.

Der Artikel wurde am 17.03.2020 bezüglich »Krankenhaus-Besuche« aktualisiert.

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