Veröffentlicht am 26.05.2014 13:51

Wohltuender Austausch auf Augenhöhe

Ein Aufenthalt in der Psychiatrie kann Lebensträume zerstören. (Foto: AH)
Ein Aufenthalt in der Psychiatrie kann Lebensträume zerstören. (Foto: AH)
Ein Aufenthalt in der Psychiatrie kann Lebensträume zerstören. (Foto: AH)
Ein Aufenthalt in der Psychiatrie kann Lebensträume zerstören. (Foto: AH)
Ein Aufenthalt in der Psychiatrie kann Lebensträume zerstören. (Foto: AH)

Einmal pro Monat treffen sich Frauen im Selbsthilfezentrum (SHZ) in der Westendstraße 68, die eines verbindet: Sie alle waren oder sind in psychiatrischer Behandlung. Gesprochen wird jedoch längst nicht immer über die Krankheit, das Befinden, die Medikation oder Möglichkeiten der Hilfestellung. Alltägliches kommt ebenso zur Sprache, ernste Begebenheiten und amüsante Erlebnisse. Geprägt ist der Austausch von Verständnis und Herzlichkeit.

Angela kommt schon seit knapp drei Jahren regelmäßig zu den Treffen, um „Erfahrungen und Energie auszutauschen”, betont sie. Das Schwierigste sind für Angela die plötzlichen Stimmungswechsel: „Im Lauf der Zeit findet man Wege, um aus den emotionalen Tiefs wieder heraus zu finden.” Denn letztlich gelte es, die Krankheit zwar anzunehmen, jedoch auch, die eigenen Ressourcen so weit wie möglich zu entwickeln, betont Angela.

„Es gibt viele Angebote”

Gegründet wurde die Selbsthilfegruppe (SHG) „Psychiatrieerfahrene Frauen” im Münchner Westen vor 14 Jahren von Sabine Henning. Schön, begabt und reich zu werden, war einst ihr Ziel gewesen. Und zunächst sah auch alles danach aus, als ob diese Adjektive sich ganz selbstverständlich zu ihr gesellen wollten. Ihre Begabung brachte sie an die Kunstakademie in Düsseldorf. Doch vor dem zweiten Staatsexamen kam die Krankheit: Die Diagnose „Psychose” ließ Träume zerbersten.

Am Frauentherapiezentrum absolvierte Henning diverse Fortbildungen, leitet nun eine Malgruppe und zudem die Selbsthilfegruppe für Frauen.

„Es gibt viele Angebote, für Menschen mit psychischen Problemen”, weiß Henning. „Doch nicht alle greifen optimal. Auch wagen viele der Betroffenen es nicht, ihre Krankheit gegenüber Bekannten oder Kollegen zu erwähnen. Dann kann es eine große Erleichterung sein, mit gleichfalls Betroffenen auf Augenhöhe zu sprechen.”

Die Kontaktdaten zur SHG „Psychiatrieerfahrene Frauen” erhalten Interessierte per Anfrage über die Website des Selbsthilfezentrums (www.shz-muenchen.de). Zu den Treffen willkommen sind Frauen jeden Alters und jeder Nationalität.

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