Veröffentlicht am 01.10.2013 09:58

„Wohnsiedlung soll erhalten bleiben“

Auf dem Grundstück in der Geyerspergerstraße 29 soll das bestehende Wohnhaus abgerissen werden. Hier soll alsbald ein zweigeschossiges Gebäude mit Hotelbetrieb sowie einigen Appartements entstehen. (Foto: BK)
Auf dem Grundstück in der Geyerspergerstraße 29 soll das bestehende Wohnhaus abgerissen werden. Hier soll alsbald ein zweigeschossiges Gebäude mit Hotelbetrieb sowie einigen Appartements entstehen. (Foto: BK)
Auf dem Grundstück in der Geyerspergerstraße 29 soll das bestehende Wohnhaus abgerissen werden. Hier soll alsbald ein zweigeschossiges Gebäude mit Hotelbetrieb sowie einigen Appartements entstehen. (Foto: BK)
Auf dem Grundstück in der Geyerspergerstraße 29 soll das bestehende Wohnhaus abgerissen werden. Hier soll alsbald ein zweigeschossiges Gebäude mit Hotelbetrieb sowie einigen Appartements entstehen. (Foto: BK)
Auf dem Grundstück in der Geyerspergerstraße 29 soll das bestehende Wohnhaus abgerissen werden. Hier soll alsbald ein zweigeschossiges Gebäude mit Hotelbetrieb sowie einigen Appartements entstehen. (Foto: BK)

Rund um die Geyerspergerstraße erstreckt sich eine ruhige und beschauliche Wohngegend, die schon bald gestört werden könnte. Nachdem der erste Bauantrag für den Bau eines Hotels auf dem Grundstück in der Geyerspergerstraße 29 abgelehnt wurde, wartet der Bauherr nun mit einem neuen, etwas variierten Plan auf. Statt der vormals angestrebten 32 Hotelzimmer, soll nun lediglich das Erdgeschoss einem Hotelbetrieb zugeführt werden. Im ersten und zweiten Obergeschoss sollen Appartements entstehen. Für die Anwohnerschaft ändert sich jedoch durch den neuen Plan kaum etwas. Erneut stellen sich daher sowohl die Nachbarn als auch der Bezirksausschuss des 25. Stadtbezirkes gegen die Erteilung einer Baugenehmigung. Ob die Lokalbaukommission (LBK) jedoch die Bedenken und Sorgen der Stadtteilbewohner teilt und den Bauantrag ablehnt, steht noch nicht fest.

Erhaltung des Gartenstadt-Charakters

An- und Abreise- sowie Lieferverkehr, Lärm und laufend wechselnde Nachbarschaft, das alles würde ein Hotelbetrieb mit sich bringen. Die familienorientierte Gegend, die, im Vergleich zu anderen Stadtteilen in München, immer noch relativ grün sei, werde durch den Bau eines Hotelbetriebes zerstört, so die Befürchtung der Nachbarn. Man sei entsetzt über die Bauabsicht. Die Hauptsorge der Anwohner gilt dem „ständigen Kommen und Gehen“, das ein Hotel mit sich brächte. Ihr Wunsch ist es daher, „dass hier ein nettes Wohnhaus entsteht“, das sich ins Straßenbild der Gegend einfügt. „Die Wohnsiedlung soll erhalten bleiben“, darüber herrscht Einigkeit. „Wir haben Angst, dass die Gartenstadt Laim sukzessive in ein Gewerbegebiet umgewandelt wird“, erklärt eine Anwohnerin auf Anfrage des Werbe-Spiegels. Große Unterstützung erfahren die Anwohner vom BA 25. „Die Erhaltung des Gartenstadt-Charakters“ wie auch „eine Umplanung mit dem Ziel an diesem Standort bezahlbaren Wohnraum für Familien und Menschen jeden Alters zu schaffen“ fordert das Stadtbezirksgremium und lehnt den neuen Bauantrag „mit Entschiedenheit“ ab.

Sorge um Nutzung des Neubaus

Die Genehmigung für den ersten Bauantrag verweigerte die LBK, weil die Baumasse zu groß für das kleine Grundstück in der Geyerspergerstraße Nummer 29 sei. Auch stellten sich Anwohner und BA gegen die Nutzung des Gebäudes als gewerblichen Hotelbetrieb in der reinen Wohngegend, so dass vieles gegen den Hotel-Bau sprach. Der neue Bauantrag sieht nun ein etwas kleineres Gebäude vor, das offiziell nicht ausschließlich als Gewerbe genutzt werden soll: Geplant ist jetzt ein Gebäude mit einer Grundfläche von etwa 22 auf 16 Metern mit einem seitlichen Anbau von 9 auf 4,75 Metern. Im Erdgeschoss sollen etwa acht Zwei- und Einbettzimmer, also Einheiten mit insgesamt 12 Betten, entstehen, die als Hotel genutzt werden. Der Hotelbetrieb solle dem Standard eines sogenannten Hotel Garni entsprechen. Im ersten und zweiten Obergeschoss sind jeweils 5 Appartements vorgesehen, die maximal 66 Quadratmeter groß sind. Anwohner fürchten nun, dass die Appartements gleichfalls einem hotel-ähnlichen Betrieb, nämlich dem Wohnmodell des Kurzzeit-Wohnens (Boarding-House) zugeführt werden soll. Ähnliche Wohnmodelle hat der Eigentümer nämlich bereits an anderen Standorten in München verwirklicht. „Kein gewerblicher Betrieb im reinen Wohnbetrieb“ fordert daher auch der BA Laim. Zudem verlangt der BA weiterhin eine deutliche Reduzierung der Baumasse. Und auch die Frage nach dem Baumschutz wird aktuell, da es für den geplanten Bau notwendig sein wird das gesamte Grundstück freizumachen: Fünf Bäume sowie die Grenzhecken sind zur Fällung beantragt.

Offiziell wurden die Anwohner von dem neuen Bauantrag noch nicht informiert. Gerne würden sie ihr Einspruchsrecht nutzen, „aber wie soll man davon Gebrauch machen, wenn man keine Informationen hat?“, fragen die Nachbarn. Eine bereits vor einem halben Jahr gestartete Unterschriftenaktion wird nun wieder angekurbelt. Auch werden die Nachbarn die Hilfe der bereits eingeschalteten Fachanwälte weiterhin in Anspruch nehmen.

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