Für die Menschen in Allach-Untermenzing ist klar, dass das Hans-Sieber-Haus in der Manzostraße 105 und die daran angeschlossenen sozialen Einrichtungen sowie die Emmaus-Kapelle erhalten bleiben müssen. Das zumindest war der Grundtenor auf der Bürgerversammlung des 23. Stadtbezirks, wo es mehrere Anträge zu diesem Thema gab, die alle ohne Gegenstimme angenommen wurden. „Das Sozialreferat und der Paritätische Wohlfahrtsverband mögen sicherstellen, dass das Alten- und Service-Zentrum so erhalten bleibt, wie es jetzt ist“, forderte zum Beispiel Seniorenbeirat Willi Eichhorn. „Im Zuge der Um- beziehungsweise Neubaumaßnahmen des Altenheims Hans-Sieber-Haus würde auch das ASZ in der Manzostraße 105 unter diese Maßnahme fallen.“ Das umfangreiche ASZ-Angebot werde von den Senioren sehr gut angenommen und „wäre ein großer Verlust an Lebensqualität für sie.“
Auch andere Bürger setzen sich für den Erhalt des Hauses ein. „Ich beantrage, dass die Landeshauptstadt München ihren Einfluss auf den Träger der Neubaumaßnahme auf dem Gelände des Hans-Sieber-Hauses geltend macht und dafür sorgt, dass die dort vorhandenen Sozialeinrichtungen wie das Alten- und Service-Zentrum, der Veranstaltungssaal, das Physiotherapiezentrum, der Demenzgarten und die Kapelle erhalten bleiben“, erklärte ein Bürger in seinem Antrag. Dies erfordere insbesondere den Einsatz der Landeshauptstadt München. Sie müsse dafür sorgen, dass das Neubaukonzept so gestaltet ist, „dass diese Sozialeinrichtungen für die vorgesehenen Bewohner und Mitbürger geeignet sind, um weiter in hohem Maße genutzt werden zu können.“
Der Mann ist sich sicher, dass ein Abriss des Hans-Sieber-Hauses für Untermenzing erhebliche negative Auswirkungen hat, „da völlig unklar ist, wann an dieser Stelle etwas Neues gebaut werden kann und welche Funktion dieses dann übernimmt.“ Deshalb müsse rechtzeitig vor Erstellung eines neuen Bebauungskonzeptes dafür Sorge getragen werden, dass die für die ältere Bevölkerung notwendigen Sozialeinrichtungen in vollem Umfang erhalten bleiben. „Eine Verlegung dieser Einrichtungen zum Beispiel Richtung Allach auf der Westseite der Bahn wäre keine Lösung, da gerade ältere Menschen nicht so mobil sind, um diese dann weiter nutzen zu können“, betont er weiter. „Es würde in diesem Fall ein erheblicher Verlust in Untermenzing entstehen. Es hätte auch keinen Sinn, diese Sozialeinrichtungen zu erhalten, wenn das Umfeld sich so stark ändert, dass die Menschen fehlen, die diese Einrichtungen nutzen.“ Auch eine andere Bürgerin erklärte, dass das Altenheim in der Manzostraße erhalten bleiben müsse, wie es sei. „Es ist auch für die Umgebung sehr wichtig. Die Demenzkranken brauchen ihren Garten“, so die Frau.
Schon im April erklärten Siegfried Benker, Geschäftsführer der Münchenstift gGmbH, und Sozialreferentin Brigitte Meier auf einer Sondersitzung des Bezirksausschusses Allach-Untermenzing die Gründe für den geplanten Neubau. Ein Neubau sei nötig, weil die Sanierungskosten für das bestehende Gebäude aus den 60er Jahren zu teuer werden, erklärte Benker. Das neue Haus werde zudem den heutigen Pflegeanforderungen entsprechen, um „eine moderne und qualitativ hochwertige Pflege zu ermöglichen.“ Eine vollständige Sanierung des jetzigen Gebäudes ist aufgrund der Schadstoffbelastung nicht zu verantworten, weil das Haus asbestverseucht ist.
Der von der Münchenstift geplante Umbau soll bei laufendem Betrieb stattfinden. Weil das neue Gebäude im Norden des jetzigen Grundstücks entstehen soll, ist geplant auch die Emmaus-Kapelle abzureißen. Als Ersatz ist ein Andachtsraum im neuen Haus angedacht. Auch das ASZ soll in den Neubau nicht mehr integriert werden. „Das ASZ soll seinen endgültigen Platz dann im Zuge des Neubaus am Oertelplatz bekommen“, erklärte Meier. Den Plänen des BA 23, der das ASZ unbedingt in Untermenzing halten will und ein zweites ASZ am Oertelplatz fordert, erteilte Meier schon im April eine klare Absage. „Es wird keine zwei Alten- und Service-Zentren in Allach-Untermenzing geben“, so die Sozialreferentin.