Völlig unterschiedlich und einander doch ähnlich sind die Werke der beiden Kunstkreis-Mitglieder Renate Haffner und Hannelore Kraus. Beide haben „Strukturen“ zu ihrem Thema für die derzeit in der GalerieKunstwerkstatt am Drosselanger gezeigte Ausstellung „Sehen und Verstehen“ gewählt.
Während jedoch Hannelore Kraus' Werke dabei jedoch aus feinsten Tuschestrichen entstehen, hat Renate Haffner Rindenstrukturen mit knalliger Acrylfarbe in bis zu sechs Schichten übereinander gemalt. Herausgekommen sind farbenprächtige Werke, die durch ihre Farbgebung und Struktur faszinieren und den Betrachter dennoch die Nähe zur Natur ahnen lassen. Baumrinden waren schon vor Jahren ein Ausstellungsthema von Hannelore Kraus, damals noch in zwei Farben. Die eigens für die Doppelausstellung gefertigten Bilder sind als Weiterentwicklung dieser Werke zu verstehen.
Auch Renate Haffners Strukturen erinnern im weitesten Sinn an die Natur. „Die meisten Besucher sehen in meinen Tuschezeichnungen Tiere oder Fabelwesen“, berichtet die Künstlerin. Sie beginnt ihre Bilder mit einigen kleinen Strichen unter der Lupe und jedes Bild entwickelt sich dann von sich aus weiter. „Manchmal sitze ich bis zu acht Stunden an einem Werk“, erklärt sie. „Man kann dann ja nicht aufhören und wieder anfangen.“ Und dabei hat Renate Haffner selbst keinerlei Vorstellung davon, was am Ende herauskommt, entsprechend tragen die Bilder auch keinen Titel.
Die Gemeinschaftsausstellung der beiden befreundeten Künstlerinnen, die sich vor gut zehn Jahren bei einem Malseminar an der Akademie der Bildenden Künste in München kennen und schätzen gelernt haben, ist noch am kommenden Wochenende für Besucher geöffnet. Kunstinteressierte können am Samstag und Sonntag, 27./28. April, jeweils von 14 bis 18 Uhr in die GalerieKunstwerkstatt am Drosselanger 7 kommen und treffen dort auch die beiden Künstlerinnen persönlich an.