Sogar Monica Gräfin von Arco auf Valley hat den langen Weg von Eichendorf nach Valley nicht gescheut, um bei der Übergabe von 50.000 Euro Fördermitteln durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz anwesend zu sein: Anfang August fanden sich in der gräflichen Schlosskapelle ein: Bürgermeister Bernhard Schäfer, Max-Georg Graf von Arco auf Valley, Franziska Hitzler von der Unteren Denkmalschutzbehörde im Landkreis Miesbach, Christoph Scholter, Gebietsreferent in Oberbayern im Bayerischen Landesamt für Denkmalschutz, Gräfin Monica sowie Georg Reichert, Geschäftsführer der Gräflichen Brauerei und Axel Hochstadt von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD).
Bereits vor drei Jahren begannen die Renovierungsarbeiten: Erst der Dachstuhl, dann die Turmuhr und dann die Fenster der Kapelle. „Sie waren in einem Zustand, da hätte bloß ein stärkerer Luftstoß ausgereicht und sie wären einfach nach innen gefallen“, erläutert Graf Arco bei seiner Begrüßungsrede. „Da wir bei der Renovierung auf den Erhalt alter Strukturen, originaler Materialien und Formen achten, haben wir uns für altes, mundgeblasenes Glas entschieden.“
Seit Anfang 2026 wird nun das Innere, der Stuck und die Raumschale, der Schlosskapelle in Valley fachkundig von der Spezialfirma Werkstätten Wiegerling aus Gaißach instand gesetzt. „Es ist bewundernswert, wie der reiche Stuck, wie jedes Blümchen, jedes Ornament, jedes Puttenfüßchen freigelegt und neu modelliert wird“, staunt Hausherr Graf Arco. Die bisherigen Maßnahmen haben bisher rund eine halbe Million Euro gekostet – alles von der Reichsgräfin aus eigenen Mitteln finanziert. „ Angesichts des Umfangs der Aufgabe freuen wir uns natürlich über jede Unterstützung und Hilfe. Und es ist mir eine große Freude und ich bin voller Dankbarkeit und Demut, dass die Deutsche Stiftung Denkmalschutz gesagt hat, diese Kapelle habe eine große kunstgeschichtliche Bedeutung, ja sogar eine überregionale Bedeutung, da wollen wir uns engagieren.“
Weiter erklärte Graf Arco, dass die DSD mit dem Betrag von 50.000 Euro den Höchstbetrag für derartige Projekte stiftet. Bis Ende des Jahres soll die Restaurierung der gesamten Innenhülle der Kapelle abgeschlossen sein. Danach bleibt aber noch viel zu tun: Es folgt die Instandsetzung der Kirchenbänke sowie die Restaurierung des Altarraums. Brauerei-Betriebsleiter Andreas Forstner und Architekt Helmut Lederer gehen von einer Öffnung im Laufe des Jahres 2027 aus – auch wenn dann noch nicht alles vollständig renoviert ist. „Wenn noch an einzelne Teile Hand angelegt werden muss, wird die Kapelle eben für kurze Zeiten nochmals geschlossen“, erläutert Lederer. Das Projekt, das in enger Absprache mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege sowie der unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Miesbach stattfindet, wurde in der Vergangenheit zudem Initiative der Stimmkreisabgeordneten Ilse Aigner, MdL, von der CSU-Landtagsfraktion gefördert.
Graf Arco weist am Ende seiner Begrüßungsrede nochmal daraufhin, dass die Kapelle als Teil eines Gesamtensembles zu verstehen ist: Der große Saal des Valleyer Schloss Bräu, das Bräustüberl und die Wohnungen im Neuen Schloss. Die gräfliche Familie erhofft sich mit der Renovierung und Wiedereröffnung der Kapelle Anfragen für (überkonfessionelle) kirchliche Trauungen, Feierlichkeiten sowie kulturelle Veranstaltungen. „Die Kapelle, so ist es der Wunsch der Gräfin und der gräflichen Familie, soll ein Raum werden für Menschen mit kirchlichem Bezug und ein Raum, der Teil des öffentlichen Lebens ist.“