65 Jahre ist es nun her, seit die US-Truppen in München einmaschierten und die Stadt von der nationalsozialistischen Herrschaft befreiten. Ohne nennenswerten Widerstand zu finden, rückten am Nachmittag des 30. April 1945 aus allen Richtungen amerikanische Truppen ins Stadtgebiet ein. München lag in Schutt und Asche: Die Altstadt war mit 90 Prozent fast gänzlich zerstört, der Schaden in der gesamten Stadt lag bei rund 50 Prozent. Etwa 6000 Menschen kamen ums Leben, rund 15000 wurden verletzt. Tod, Evakuierung und Flucht aus der Stadt haben dazu geführt, dass die Bevölkerungszahl von 824.000 im Jahr 1939 auf 479.000 im Jahr 1945 gefallen ist.
Anlässlich dieses Gedenktages sind die Kriegsveteranen der 3rd Infantry Division Oberst William Ryan, Dr. Murray Simon und Dr. Charles Phallen aus den USA angereist und haben sich an der Gedenktafel für Mitglieder der US-Streitkräfte im Prunkhof des neuen Rathauses am Marienplatz eingefunden. Begleitet von Oberst Leutnant Tim Stoy und Captain Monika Stoy von der Society of the 3rd Infantry Division, U.S. Army, hieß Stadträtin Christine Hacker die Veteranen in München willkommen. Oberst William Ryan, Dr. Murray Simon und Dr. Charles Phallen sind ehemalige Soldaten, die vor 65 Jahren bei der Befreiung Münchens in der 3rd Infantry Division, einem Teil des achtzehnten US-Luftlandekorps, das NS-Regime bekämpften.
Die 3rd Infantry Division ist auch unter dem Spitznamen „Rock of the Marne” bekannt und hat ihr Hauptquartier auf dem Hunter Army Airfield in Savannah, Georgia. Während die weißen Diagonalstreifen auf dem Schulterabzeichen die sechs Kampagnen, an denen die Division im ersten Weltkrieg beteiligt war, repräsentieren, stehen die blauen Streifen für die Loyalität der Soldaten zu den Werten der USA, Freiheit und Demokratie. Im zweiten Weltkrieg erhielten die Soldaten von den gegnerischen deutschen Truppen den Spitznamen „Blau-Weiße-Teufel”. Dieser Spitzname ist auf dem Einheitsabzeichen zu sehen, auf dem ein Lindwurm, die heraldische Form des Teufels, mit blau-weißen Flügeln sitzend auf einem Felsen abgebildet ist. Gleichzeitig kann diese Abbildung als Synonym für den eigentlichen Spitznamen „Rock of the Marne” verstanden werden. Unterhalb der Abbildung ist kreisförmig das Motto „Nous Resterons La” zu lesen. Dabei handelt sich um einen Ausruf des damaligen Einheitskommandeurs, Generalmajor Joseph Dickman, an die gegnerischen deutschen Truppen: Wir werden hier bleiben!