Veröffentlicht am 02.11.2009 09:57

„Wasser marsch“ ins Biotop

„Von jetzt ab tun wir nichts mehr, sondern lassen der Natur freien Lauf.“ Der kleine Würmarm hat die gleiche Tiefe wie die Würm. (Foto: US)
„Von jetzt ab tun wir nichts mehr, sondern lassen der Natur freien Lauf.“ Der kleine Würmarm hat die gleiche Tiefe wie die Würm. (Foto: US)
„Von jetzt ab tun wir nichts mehr, sondern lassen der Natur freien Lauf.“ Der kleine Würmarm hat die gleiche Tiefe wie die Würm. (Foto: US)
„Von jetzt ab tun wir nichts mehr, sondern lassen der Natur freien Lauf.“ Der kleine Würmarm hat die gleiche Tiefe wie die Würm. (Foto: US)
„Von jetzt ab tun wir nichts mehr, sondern lassen der Natur freien Lauf.“ Der kleine Würmarm hat die gleiche Tiefe wie die Würm. (Foto: US)

„Wasser marsch“ hieß es am vergangenen Mittwoch, als ein Bagger auf der Wiese an der Mergenthalerstraße /Ecke Im Wismat und Inselmühlweg den Würmdurchbruch vollzog. Auf knapp 300 Metern Länge kann sich nun die Würm durch die Wiese schlängeln. Wildwuchs der Pflanzen, Vogelnistplätze und Sumpfgebiete ausdrücklich erlaubt.

Stephan Kirner, Verantwortlicher vom Wasserwirtschaftsamt, sagte: „Von jetzt ab tun wir nichts mehr, sondern lassen der Natur freien Lauf.“ Die Würm sei sowieso sehr verbaut, da tue so ein Stück freie Natur gut. Es sei immer spannend, wenn die Vorbereitungen endlich abgeschlossen seien und das Wasser frei in das angelegte Biotop strömen kann. „Ich freue mich auf die Strukturvielfalt, die dann hier im Laufe der Jahre entstehen wird.“

Seit 2002 war die Planung im Gange. „Erst sollte die Anlage zur BUGA 2005 fertig werden. Doch Planungsverzögerungen und auch Klagen aus der Anwohnerschaft hatten die Fertigstellung damals verhindert“, berichtete Kirner. Er freue sich, dass die vielen Gegenstimmen aus den Anfangsphase nicht nur verstummt sind, sondern das Biotop nun sehr breite Zustimmung in der Umgebung finde.

Kinder halfen an „ihrem“ Biotop

Kräftige Unterstützung während der Bauzeit kam aus der Grandlschule. „Unsere Arbeitsgemeinschaft Würm besteht schon seit 2002“, berichtete Gründerin Ursula Schleibner. Die Lehrerin für die ersten beiden Klassenstufen und Umweltschutzbeauftragte an der Grandlschule vereint Schuljahr für Schuljahr rund 40 interessierte Kinder, um mit ihnen nachmittags Projekte im Rahmen der Würm und deren Renaturierung durchzuführen.

Dafür gab es jede Menge Lob von Stadtseite. Sowohl das Gartenbaureferat, das Wasserwirtschaftsamt als auch Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde stellten das Engagement der Lehrerin und der gesamten Schule heraus. Kirner dazu: „Ursprünglich stammte die Idee aus der Schule.“ Die ganze Planungs- und Durchführungszeit sei der Kontakt eng gewesen.

Im Frühjar 2010 endgültig fertig

Vor dem eigentlichen Würmdurchbruch gruben und pflanzten die Schulkinder in zwei Schichten an „ihrem“ Biotop und konnten am Schluss sogar ein Nest für die Eisvögel bauen. „Für uns geht ein ganz lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Wir freuen uns alle wirklich sehr“, betonte Schleibner.

Der bestehende Bolzplatz wurde bereits im Vorfeld der Bauarbeiten an die Westseite der Würm verlegt und durch einen Streetballplatz ergänzt. Im kommenden Frühjahr wird die Stadt dann noch mal anrücken und fehlende Würm typische Gehölze und Sträucher entlang des neuen Flussarms pflanzen.

Die Gesamtkosten des Projektes, so war aus dem Baureferat zu hören, belaufen sich auf 270.000 Euro. Gemäß Vertragsentwurf mit dem Freistaat Bayern beteiligt sich die Landeshauptstadt München zur Hälfte an den Kosten für die wasserbauliche Maßnahme.

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